Die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland hat einen aktuellen Appell führender Ökonomen aus Europa und den USA dokumentiert, in dem diese die europäischen Staaten zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Finanzmarktkrise aufrufen. "Die jüngsten Erfahrungen aus den USA haben gezeigt, dass es keinen Sinn hat, einzelne Banken nach und und nach zu retten. Wir brauchen eine systemische Antwort. In Europa bedeutet dies, dass der Bankensektor unter Führung der Europäischen Union rekapitalisiert werden muss. ... Das Chaos auf den Finanzmärkten muss beendet werden, bevor es zu ernsthaften Schäden für die Realwirtschaft kommt. Die Ersparnisse von Hunderten Millionen Europäern sind unmittelbar bedroht. Wenn die Krise dazu führt, dass der Kreditmarkt austrocknet, werden Arbeitsplätze und Unternehmen in großem Stil vernichtet. ... In Europa bedeutet die Rettung einer einzelnen Bank, dass entweder nur eine Nation die Last auf sich nimmt, obwohl auch die Nachbarstaaten unter den Nebenwirkungen leiden, oder es kommt in letzter Minute zu einer improvisierten Gemeinschaftsaktion, bei der man sich darüber einigt, wie die Kosten aufgeteilt werden. Bisher war dieses Verfahren sinnvoll. Aber die europäischen Banken sind zu abhängig voneinander, als dass nationale Bemühungen oder sporadische koordinierte Aktionen noch ausreichen. Jede Intervention eines Nationalstaats und jede Gemeinschaftsaktion einer kleinen Gruppe von Ländern kann Auswirkungen auf andere europäische Nationen haben, die niemand vorhersehen kann. ... Dort, wo sie angebracht sind, müssen europaweite Lösungen entwickelt werden. ... Um Krisen dieses Ausmaßes in der Zukunft zu verhindern, wird es auch nötig sein, die Finanzmärkte und -institute europaweit zu regulieren." (06.10.2008)
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