04.07.2009
Die italienische katholische Wochenzeitschrift Famiglia Cristiana hat in den vergangenen Tagen die Innenpolitik des Premierministers Silvio Berlusconi kritisiert und vor der Gefahr eines neuen Faschismus in Italien gewarnt. Die Tageszeitung Süddeutsche Zeitung teilt diese Sorge nicht. "Famiglia Cristiana, die große katholische Wochenzeitung Italiens, erregt viel Aufsehen, wenn sie jetzt in einem Kommentar vor einem neuen Faschismus in Rom warnt. ... Nur: Der Faschismus-Alarm vernebelt die Lage eher, als dass er sie klärt. ... Berlusconi ist kein Militarist, kein Imperialist, kein Nationalist. Statt 'nationaler Werte' beschäftigen ihn eher Vermögenswerte. Statt Größenwahn treibt ihn nur Eitelkeit. ... Das permanente Spektakel unterhält und lenkt ab von den Problemen des Landes. Es schläfert die kritischen Sinne der Bürger ein. Das ist, ganz ohne Faschismus, beunruhigend genug. Doch es wirken in Italien vitale Gegenkräfte in Politik, Gesellschaft, Medien und Kirche. Dazu gehören Zeitschriften wie Famiglia Cristiana und kritische Geistliche in den Diözesen und im Vatikan."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Printmedien, » Italien
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 19. August 2008
Bookmarken bei
Um den kostenlosen Newsletter zu abonnieren oder zu kündigen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein: