05.07.2009

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Le Monde - Frankreich | Mittwoch, 15. Oktober 2008

Daniel Vernet über die politischen Konsequenzen der Finanzkrise

Der Journalist Daniel Vernet entwirft in der Tageszeitung Le Monde Szenarien, wie sich die Staatenwelt durch die globale Finanzkrise verändern könnte. "Es ist sicher nicht zu früh, sich über die geopolitischen Konsequenzen der Krise Gedanken zu machen. ... Sie wird die ideologischen, wirtschaftlichen und politischen Gleichgewichte tief greifend verändern. Auf jeden Fall wird sie zum relativen Machtverlust der USA gegenüber Asien beitragen, der schon lange zuvor begonnen hatte. ... In einem internationalen System, das von einem Mächtegleichgewicht beherrscht wird, könnte der Abstieg einer Macht anderen [Mächten] zugute kommen. Doch das ist heute nicht mehr der Fall. In einem globalisierten System werden Verluste und Gewinne durch die gegenseitigen Abhängigkeiten gleichmäßig verteilt. Die Rückkehr des Staates, die sich in dieser Krise ankündigt, könnte [für Europa] zwei gegensätzliche Folgen haben: Entweder ziehen sich die Europäer auf die falsche Sicherheit des Nationalismus und des Protektionismus zurück. Oder – und das würde man sich wünschen – sie organisieren die Rolle der Staatsmacht auf europäischem Niveau."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 15. Oktober 2008

 

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