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Top-Thema vom Mittwoch, 10. Januar 2007


Der EU-Aktionsplan zur Energiepolitik

Die EU-Kommission stellt heute einen "Aktionsplan für Energieeffizienz" vor. Europa strebt eine vielfältigere Energieversorgung an und schließt auch die Rückkehr zur Atomenergie nicht aus.


Libération - Frankreich

Nach Ansicht der Tageszeitung wird das Ziel der EU-Kommission, die CO2-Emissionen zu verringern, wohl ein frommer Wunsch bleiben. "Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Luft erwärmt, die Beziehungen zu Russland abkühlen und die EU lauwarm agiert", so der ironische Kommentar von Gérard Dupuy im Leitartikel. "Russlands Druck auf Europas Erdöl-Versorgung ist sicherlich keine vorübergehende Angelegenheit... Die Kraftprobe hat gerade erst begonnen. Die Europäer befinden sich in einer scheinbar widersprüchlichen Lage: Sie wollen Energie sparen und suchen gleichzeitig nach neuen Energiequellen. Der Vorschlag der EU-Kommission lautet: mehr Wachstum und weniger CO2. Dem kann man nur beipflichten. Doch bislang hat es noch kein Wachstum gegeben, das nicht energiefressend gewesen wäre." (10.01.2007)


Frankfurter Rundschau - Deutschland

Vera Gaserow sieht in den Plänen der EU-Kommission, wieder stärker auf Atomenergie zu setzen, keine tragfähige Lösung für Europas vielschichtige Energiepropleme: "Die EU hat dabei altbekannte Kronzeugen im Gepäck: Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die russische Pipeline mag da für die Atomdiskussion willkommener Panikmacher sein. Doch das aktuelle Beispiel zeigt: Europas Energiepolitik muss sich gegen die Abhängigkeit von einem Rohstoff und einem Land schützen. Gegen potenzielle Erpressbarkeit hilft aber keine nationale Autarkiepolitik, wie sie einigen mit Blick auf die Atomkraft vorschwebt. Auch das dafür nötige Uran wächst schließlich nicht auf heimischen Kuhweiden. Nein, gegen die Abhängigkeit von Energielieferanten helfen nur ein breiter Energiemix, große Diversifizierung der Lieferstaaten und funktionierende Märkte, die darauf bauen können, dass Russland oder die arabischen Ölstaaten ihre politisch instrumentalisierten Schätze auch verkaufen wollen." (10.01.2007)


La Voix du Luxembourg - Luxemburg

"Laut einer gestern von der EU-Kommission veröffentlichten Umfrage hält nur jeder siebte Europäer die Energiefrage für eine Schlüsselfrage", bemerkt Thierry Labro. "Wenn sich die Europäer aber Sorgen um Energie machen,dann träumt jeder Zweite davon, seine Regierung möge dafür sorgen, dass die Benzin-, Gas- und Strompreise so niedrig wie möglich bleiben... Die Erderwärmung erregt Besorgnis, und die Umweltkatastrophen stören vielleicht von Zeit zu Zeit das Abendessen einiger weniger Familien. Aber nicht genug, um individuelle Verhaltensweisen zu verändern. Und doch sind auch die besten Aktionspläne ohne Beitrag des Einzelnen zum Scheitern verurteilt." (10.01.2007)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 10. Januar 2007

 

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