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Presseschau / Archiv / Dossier

Top-Thema vom Mittwoch, 24. Januar 2007


Streit um Klimapolitik

Die EU-Kommission streitet über die Klimapolitik: Industriekommissar Günter Verheugen hat das Vorhaben von Umweltkommissar Stavros Dimas, die Reduktion des CO2-Ausstoßes europaweit gesetzlich zu regeln, vorerst verhindert. Die Autohersteller-Lobby war zu stark. Doch verläuft die Front tatsächlich zwischen Politik und Wirtschaft? Beim Weltwirtschaftsforum in Davos scheint sich dieser Gegensatz aufzulösen.


die tageszeitung - Deutschland

Daniela Weingärtner ist enttäuscht, dass sich die EU-Kommission bislang nicht zu einer gemeinsamen Position zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes durchringen konnte: "Kommissionspräsident Barroso agiert wie ein kleines Kind, das Angst vorm Zahnarzt hat. Schon nächste Woche muss er aber Farbe bekennen. Um den Ärger in Grenzen zu halten, wird Barroso auf eine möglichst allgemein formulierte Erklärung zum Klimaschutz drängen, die den Regierungen mehrere Alternativen zur Auswahl stellt... Schade um die vertane Chance. Nach ihrem Bekenntnis zum Klimaschutz wäre Angela Merkel die Richtige gewesen, um ein ehrgeiziges Gesetzesprojekt auf den Weg zu bringen, mit dem stufenweise der CO2-Ausstoß zurückgefahren werden könnte. In der Rolle der neutralen Verhandlungsführerin, die ihr die Ratspräsidentschaft bis Ende Juni auferlegt, hätte sie nationale Sonderinteressen von Mercedes, Porsche oder BMW zurückstellen müssen." (24.01.2007)


Hufvudstadsbladet - Finnland

Eine Reihe von US-Industriekonzernen hat US-Präsident George W. Bush vorgeworfen, den Klimawandel nicht ernst genug zu nehmen. Björn Sundell begrüßt die Initiative und hofft, dass Ähnliches auch auf dem heute beginnenden Weltwirtschaftsforum in Davos zu vernehmen sein wird. Schon jetzt bezeichneten die Veranstalter das Treffen als das "grünste" aller Zeiten. "Noch immer gibt es Industriebosse, die am Einfluss der Menschen auf das Klima zweifeln. Trotz einer gewissen Aufweichung ihrer früher so strikten Linie gehört beispielsweise Exxon noch immer zu den Skeptikern. Aber immer mehr internationale Konzernchefs sehen ganz richtig den Klimawandel als Bedrohung – und auch als Geschäftsmöglichkeit. Die Bedrohung verlangt Maßnahmen auf globaler Ebene. Neue Produkte und Lösungen zu entwickeln, die den strengeren Anforderungen entsprechen, ist auch eine Chance. Denn der Markt begünstigt die, die als Erste kommen, nicht diejenigen, die hinterherhinken." (24.01.2007)


Financial Times - Großbritannien

"Die derzeit in Europa üblichen Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen sehen nicht vor, dass Firmen, die Ideen zum Einfangen und Einlagern von CO2 entwickeln, belohnt werden. Das muss sich ändern", meint Jeroen van der Veer, Geschäftsführer von Shell in den Niederlanden. "Auch Zuschüsse der öffentlichen Hand würden helfen, diese Technologien brauchbarer zu machen. Solange die Regierungen und die Industrie nicht enger zusammenarbeiten, gibt es wenig Anreiz für solche Projekte – und die Technik des Einfangens von Kohlendioxid wird sich nur im Schneckentempo entwickeln. Auch Biotreibstoff, der aus Pflanzen und organischen Abfällen hergestellt wird, kann dazu beitragen, den Schadsstoffausstoß im Straßenverkehr zu reduzieren. Er wird größtenteils aus Futterpflanzen gewonnen..., was wiederum viel Energie bei der Produktion kostet. Bei Shell wollen wir uns auf die zweite oder dritte Generation der Biobrennstoffe konzentrieren, die mehr Liter aus weniger Land holen. Wir glauben, dass die Gesetze, die den Verbrauch von Biodiesel fördern, diejenigen belohnen sollten, die am meisten zur Technik des Auffangens von CO2 beitragen und außerdem die Kosten reduzieren." (24.01.2007)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 24. Januar 2007

 

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