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Top-Thema vom Donnerstag, 8. Februar 2007


Weniger Abgase für Europa

Mit zwei Wochen Verzögerung hat sich die EU-Kommission auf die künftigen Abgasvorschriften für Neuwagen geeinigt. Die Grenze soll nun bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer liegen - ursprünglich waren 120 Gramm vorgesehen. Manche halten den EU-Kompromiss für einen Fortschritt im Klimaschutz, andere sehen darin einen Rückschlag und einen Sieg der Autolobby.


Lidové noviny - Tschechien

Martin Weiss begrüßt, dass die EU-Kommission den CO2-Ausstoß für neue Pkws begrenzen will. "Europa hat sich damit verdient gemacht, dass es die globale Erwärmung als grundsätzliches globales Problem betrachtet... Die Gegenargumente der Autoindustrie ziehen nicht, denn erst der Markt wird zeigen, ob ihre Einschätzung, dass die Kosten steigen, berechtigt ist Zweifelhaft sind auch die Drohungen, wonach die Autohersteller zur Kostensenkung nun weiter nach Osten ziehen müssten. Wenn sie sparen können, dann ziehen die Firmen sowieso um. Das gilt allgemein und hat nichts mit der Neuregulierung der Schadstoffbegrenzung zu tun." (08.02.2007)


Sydsvenska Dagbladet - Schweden

"Die Anforderungen an die Autohersteller müssten noch härter sein", schreibt die Zeitung zu dem von der EU-Kommission vorgestellten CO2-Abgaskompromiss. "Der Transportsektor ist der einzige Bereich in der europäischen Wirtschaft, der schrittweise seinen Kohlendioxid-Ausstoß in den vergangenen fünfzehn Jahren erhöht hat. Das durchschnittliche Auto stößt knapp 160 Gramm pro Kilometer aus und die Autoindustrie zeigt wenig Entgegenkommen, daran von sich aus etwas zu ändern... Nach dem jüngsten UN-Klimabericht ist deutlicher denn je, welche Klimaveränderungen wir zu erwarten haben. Deshalb ist es um so bedauerlicher, dass die EU-Kommission ihre ursprünglich geplanten Richtlinien nicht durchsetzen konnte. Jetzt muss der Vorschlag von 27 Mitgliedsstaaten angenommen werden. Und da ist einiger Widerstand zu erwarten. Besonders traurig ist, dass EU-Ratspräsident Deutschland sich dagegen stellt. Das schadet nämlich nicht nur der Umwelt, sondern auch der Autoindustrie." (08.02.2007)


La Tribune - Frankreich

Aline Robert kritisiert den Lobbyismus der Automobilbranche als "verantwortungslos". "Es ist nicht leicht, die Kyoto-Ziele einzuhalten, wenn manche CO2-Quellen einfach nicht gestoppt werden! ... Und das trotz der Empfehlungen der EU-Kommission. Deshalb müssen die Vorschläge durch Vorschriften ersetzt werden. Denn die europäischen Automobilhersteller kümmern sich kaum um die Variable Umweltschutz - anders als ihre japanischen Konkurrenten. Diese, allen voran Toyota, haben die Kosten in ein Marketinginstrument verwandelt. Die Europäer hingegen schieben die Verantwortung für die Luftverschmutzung immer noch anderen zu: den Zulieferern, den Ölunternehmen... Die Vogel-Strauß-Politik der Autobauer bedeutet ein großes Risiko für die Zukunft der Autoindustrie, denn irgendwann wird man lieber japanisch und sauber fahren als europäisch und Luft verpestend." (08.02.2007)


Hufvudstadsbladet - Finnland

Die EU-Kommission hat sich auf die künftigen Abgasvorschriften für Neuwagen geeinigt. Die Grenze soll nun bei 130 Gramm pro Kilometer liegen, während der ursprüngliche Vorschlag 120 Gramm vorsah – ein Erfolg der Autolobby mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze, kritisiert Björn Sundell. "In letzter Instanz sind es aber nicht die Produzenten oder Frau Merkel, die die Entwicklung steuern, sondern die Kunden. In den letzten Jahren haben sie größere, schwerere und sicherere Autos bevorzugt, um den Preis eines hohen Treibstoffverbrauchs. Der Ausstoß wird nicht nur auf Befehl der Kommission hin reduziert, sondern auch, wenn die Käufer der Autos auf die Umwelt genau so achten wie auf die Motorleistung." (08.02.2007)


24 heures - Schweiz

Bernard Bridel begrüßt zwar die Empfehlungen der EU-Kommission, findet aber, dass "eine Politik, die nur einen Schadstoffverursacher im Blick hat, nicht ausreichend ist, um die Tendenz umzukehren. Der europäische Anspruch müsste größer sein und ein ganzes Bündel von Maßnahmen umfassen: von der Erforschung und Entwicklung sauberer Energien über Steueranreize für 'weniger Verschmutzung' bis hin zu einer größeren Förderung öffentlicher Transportmittel, die ruhig kostenlos sein könnten. Kurz, Europa muss gegen das Auto vorgehen, aber ohne die zu bestrafen, die es noch brauchen. Ein frommer Wunsch? Nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass die Banken schon jetzt Investitionen in nachhaltige Entwicklung fördern. Der Tag, an dem es mehr bringt, die Umwelt zu schützen, als sie zu verpesten, ist vielleicht gar nicht mehr fern." (08.02.2007)


» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 8. Februar 2007

 

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