Top-Thema vom Dienstag, 13. März 2007
Die Klimaziele der EU
Die EU hat sich beim letzten Gipfeltreffen auf ihre Klimaziele bis 2020 geeinigt: Der Anteil an erneuerbaren Energien soll auf 20 Prozent steigen, der Ausstoß von Treibhausgasen soll um 20 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden und der Energieverbrauch der EU soll um 20 Prozent sinken. Kann die EU diesem Anspruch gerecht werden?
The Irish Times - Irland
Die irische Zeitung stellt fest, dass sich die EU bei ihrem Gipfeltreffen in Sachen Klima nur einigen konnte, "weil klar war, dass die Lasten ungleich verteilt sein würden. Der Teufel steckt nämlich im Detail. Wenn die EU-Kommission konkret vorschlägt, welches Land welche Last tragen soll - in Bezug auf die Reduzierung von Emissionen und in Bezug auf erneuerbare Energien - dann wird es, da können wir sicher sein, ein großes Geschrei geben. Denn die neuen EU-Mitglieder, die sehr von der Kohle abhängig sind, machen geltend, dass sie ihre Emissionen schon um 30 Prozent gesenkt und damit ihre Pflicht bereits erfüllt haben. Frankreich, die Slowakei, die Tschechische Republik und einige baltische Länder hingegen wollen, dass ihre 'saubere' Kernkraft als ein Beitrag gesehen wird, die Anforderungen zu erfüllen. Wirtschaftsvertreter wiederum sagen, es solle nur das Ziel der CO2-Reduzierung definiert werden, nicht aber Mittel und Wege, um es zu erreichen. Sie wollen es der 'Effektivität' des Marktes überlassen, die Mittel zu bestimmen." (12.03.2007)
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La Tribune - Frankreich
Pascal Aubert findet die Klimaziele der EU zwar "löblich. Das dreifache 20-Prozent-Ziel bis 2020 wurde beschlossen, um guten Willen zu zeigen. Doch die größten Schwierigkeiten wurden mal wieder unter den Teppich gekehrt - zu Gunsten einer Selbstbeweihräucherung nach dem Motto: 'Darum kümmern wir uns später'... Allerdings ist 2020 schon übermorgen und 'später' beginnt heute. Die EU-Kommission will das Eisen schmieden, solange es heiß ist und die Mitglieder beim Wort nehmen. Gleichzeitig muss sie mit weit weniger Bereitschaft rechnen, wenn es darum gehen wird, welche Opfer jeder konkret bringen muss, um den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu begrenzen oder erneuerbare Energien einzuführen, und zwar in einem Maße, das als 'angemessen und sinnvoll' gilt. Jeder Staat - Frankreich allen voran - überlegt schon, was er darunter versteht. Es gibt so viele Interpretationen wie Sterne auf der Europaflagge." (13.03.2007)
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Alle verfügbaren Texte von » Pascal Aubert
Europa Sur - Spanien
"Offenbar nimmt Europa den Kampf gegen die Klimaveränderung endlich ernst", urteilt die Zeitung. "Zweifellos ist ein wichtiger Beschluss im Kampf gegen die Folgen der weltweiten Erwärmung gefällt worden. Das zeigt, dass sich die Regierungen einer der am meisten industrialisierten Zonen der Welt bei diesem Thema große Sorgen machen und Verantwortung empfinden. Es ist dringend notwendig, dass auch andere Regionen diese Sorge teilen, vor allem die USA. Dort hat die Bush-Regierung mit allen Mitteln versucht, dieses Thema von der Tagesordnung der Welt fern zu halten und Beschlüsse notwendiger Maßnahmen so lange wie möglich herauszuzögern. Außerdem müssen die sich rasch entwickelnden asiatischen Volkswirtschaften in diesen Kampf einbezogen werden, allen voran China." (13.03.2007)
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