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Top-Thema vom Mittwoch, 16. Januar 2008


Multikultureller Dialog auf höchster Ebene

Vertreter aus 80 Ländern nehmen derzeit am ersten Forum der "Allianz der Zivilisationen" in Madrid teil. Auf Anregung Spaniens, unterstützt von der Türkei und der Uno, soll diese Initiative dazu beitragen, Wege der Zusammenarbeit zwischen der islamischen und der westlichen Welt zu finden.


La Vanguardia - Spanien

Die Zeitung fragt, ob diese Initiative mehr tun kann, als hehre Absichten zu verkünden. "Die Allianz muss ihre Ziele klarer benennen, ebenso die Mittel, um diese zu erreichen, damit sie eine entscheidende Rolle spielen kann. Die spanische Regierung, einer der Initiatoren des Projekts, muss die Widersprüche in ihrer Außenpolitik beseitigen. Das betrifft zum Beispiel die Beteiligung Spaniens an der Mittelmeerunion, die vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vorgeschlagen wurde, der einer der hartnäckigsten Gegner einer EU-Mitgliedschaft der Türkei ist. Nun trägt die Türkei aber die Allianz der Zivilisationen mit... Es ist klar, dass man gegen Intoleranz, Fundamentalismus und Terrorismus vorgehen muss. Außerdem muss man gegen den Fatalismus jener ankämpfen, die behaupten, es gebe keine andere Lösung als einen Kampf der Kulturen. Aber um das zu erreichen, braucht es mehr als Willensbekundungen: Man muss Alternativen vorschlagen." (16.01.2008)


La Voix du Luxembourg - Luxemburg

Die Gewalt dominiert an vielen Orten der Welt über den Dialog und die Anerkennung des Anderen, stellt Laurent Moyse fest. "Der Dialog der Kulturen hat zweifellos oberste Priorität. Allerdings hat er es schwer, denn die Welt ist voller hartnäckiger Stereotypen, voller Klischees, die den unterschiedlichsten Gruppen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten zugeschrieben werden, egal ob sie in der Minder- oder Mehrheit sind. Gewiss gibt es wunderbare Bande der Bekanntschaft, doch man darf nicht vergessen, dass eine große Zahl von Menschen von Ignoranz geprägt ist. Sie sind zu arrogant, zu faul oder einfach nur zu dumm, um sich für das Andersartige zu interessieren, bevor sie es abschließend beurteilen." (16.01.2008)


Le Temps - Schweiz

Der ehemalige portugiesische Präsident Jorge Sampaio, der jetzt der UN-Repräsentant der "Allianz der Zivilisationen" ist, erklärt das Ziel der Initiative: "Unsere Welt ist von einem großen Ungleichgewicht gekennzeichnet. Nicht nur die Natur leidet an einem Zustand fortgeschrittener Zerstörung. Auch die Gesellschaften sind heute von schlechter zwischenmenschlicher Stimmung geprägt. Wir müssen etwas tun, um den Dialog zwischen den Menschen zu verbessern, um die kulturelle und religiöse Vielfalt zu einem Entwicklungspotenzial für alle zu machen... Die komplizierte internationale Lage, die nach dem 11. September und all den folgenden Attentaten, die das Jahrzehnt bestimmen, entstanden ist, macht den Dialog der Kulturen und Religionen zu einer menschlichen Notwendigkeit. Man kann ihn nicht auf später verschieben." (16.01.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 16. Januar 2008

 

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