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Presseschau / Archiv / Dossier

Top-Thema vom Dienstag, 5. August 2008


Terror vor Olympia

Wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking wurden bei einem Anschlag in der westchinesischen Region Xinjiang 16 Polizisten getötet. Chinesische Behörden machen uigurische Separatisten für den Anschlag verantwortlich. Die europäische Presse diskutiert die Auswirkungen auf die Spiele.


Die Presse - Österreich

Nach dem Anschlag in der Provinz Xinjiang droht eine weitere Verschärfung der ohnehin strengen Sicherheitsmaßnahmen bei den Olympischen Spielen, befürchtet Die Presse. "Mit dem Anschlag auf eine Gruppe von Polizisten in der westlichen Provinz Xinjiang werden die schlimmsten Befürchtungen der chinesischen Sicherheitskräfte wahr. Sie warnen seit Wochen davor, dass die Pekinger Spiele in 'beispielloser Weise' von Terror bedroht seien. Seit Monaten werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt: 100.000 Soldaten wurden nach Peking beordert, Kontrollposten errichtet. ... Nach dem Massaker dürften die ohnehin schon an Repression grenzenden Sicherheitsvorkehrungen zusätzlich verschärft werden. Die Chancen auf friedliche, fröhliche Spiele schwinden." (05.08.2008)


El País - Spanien

Die Tageszeitung El Pais erwartet, dass die internationale Gemeinschaft die chinesische Reaktion auf das Attentat argwöhnisch beobachten wird: "Dass der terroristische Anschlag, verstanden als ein großes Sprachrohr kurz vor dem sportlichen Ereignis, in 4000 Kilometer Entfernung von der Hauptstadt ... stattfand, mindert den Albtraum-Charakter für die Regierung nicht, die unter allen Umständen versucht, alles zu vermeiden, was die Aufmerksamkeit von den Spielen ablenkt. ... Auch wenn es verständlich und berechtigt ist, dass China seine Macht und seinen Fortschritt im Schaufenster der Spiele präsentieren möchte, verhindern die brutalen Ausfälle des Landes, dass die internationale Staatengemeinschaft wohlwollend und neutral zuschaut, wie es die [chinesische] Führung fordert. ... China wird ab Freitag unter der Lupe [des Auslands] stehen. Von den Beobachtern kann es Objektivität und eine gewisse positive Einstellung verlangen, nicht aber, dass sie die Augen vor der Realität verschließen." (05.08.2008)


Financial Times Deutschland - Deutschland

Die Financial Times Deutschland ruft dazu auf, bei der Bekämpfung von Terrorismus im Falle Chinas nicht mit zweierlei Maß zu messen: "Auf Terroristen, gerade wenn sie kurz vor einem Großereignis zuschlagen, kann ein Staat nur mit Härte reagieren. Chinas Führung muss alles tun, um die Sicherheit der Spiele zu gewährleisten, und es spricht viel dafür, dass gewaltbereite Separatisten versuchen, das Forum Olympia für ihre Zwecke zu nutzen. Die Behörden haben mehrfach auf mögliche Anschläge hingewiesen und nach eigenen Angaben Pläne für größere Aktionen vereitelt. Derlei Angaben sind schwer zu belegen, können aber eben auch nicht von der Hand gewiesen werden. Der Umgang mit Minderheiten ist in China wie in anderen autoritären Staaten ein großes Problem. ... Es ist [deshalb] richtig, auf die Lage der Minderheiten aufmerksam zu machen und China aufzufordern, mehr Freiheit zuzulassen. Aber auch Peking hat das Recht, Terrorismus zu bekämpfen." (05.08.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 5. August 2008

 

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