In Österreich wird dem britischen Revisionisten David Irving im kommenden Monat der Prozess gemacht. Wegen seiner Leugnung des Holocausts drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Feuilleton-Chef Michael Bach Henriksen findet, man sollte ihn im Namen der Meinungsfreiheit freisprechen. "Die Parallelen zu einem anderen aktuellen Prozess, nämlich dem gegen Orhan Pamuk in der Türkei, sind offensichtlich. Pamuk riskiert wie Irving eine Gefängnisstrafe für Äußerungen, die vom Staat als verboten definiert werden, in seinem Fall über die Armenier. Offiziell haben die Türken keinen Völkermord während des Ersten Weltkrieges begangen, bei dem bis zu einer Million Armenier ums Leben kamen. Pamuk hat unterdessen diese offizielle Version der Geschichte bezweifelt und meint, dass es sich um einen Völkermord handelt. Pamuk hat das Recht, der offiziellen Geschichtsschreibung zu trotzen. Und das hat Irving genauso. Egal, wie verrückt und die Tatsachen verfälschend Irvings Ansichten sind, ist es ihm erlaubt, diese zu äußern. Das Einzige, was man angesichts der Inhaftierung von Holocaust-Leugnern erreicht, ist, dass man sie zu Märtyrern von extremistischen Gruppierungen macht." (16.01.2006)
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