Guy Duplat erklärt, warum das Thema Kultur im Wahlkampf für das französische Präsidentenamt keine Rolle spielt. "Der Hauptgrund für diese ohrenbetäubende Stille ist, dass es kein Geld mehr gibt und dass man sparen muss. Bei den darstellenden Künsten wütet das 'Gesetz Baumol' [Der Wirtschaftswissenschaftler William Baumol hat die Probleme öffentlicher Finanzierung von Kunst und Kultur untersucht], das nachweist, dass es keine Produktivität geben kann: Frühere Investitionen ziehen weitere Kosten nach sich, deshalb kann nicht rationalisiert werden. Man kann kein Beethoven-Quartett mit drei Instrumenten spielen, weil man sparen will... Der zweite Grund ist, dass die Kultur wahlpolitisch unattraktiv ist... Man weiß, dass jeder Versuch, die Sparschrauben anzuziehen, die Welt der Kultur empört, so wie wir es mit den befristeten Verträgen für Festival-Künstler erlebt haben. Wir leben schon lange nicht mehr in der Zeit von Jack Lang oder André Malraux, die eine starke und klare Vision von der Kultur und ihrer Bedeutung hatten." (13.03.2007)
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