François Bayrou, der französische Präsidentschaftskandidat der Mitte, der im ersten Wahlgang gescheitert ist, hat sich geweigert, eine Wahlempfehlung für den zweiten Wahlgang abzugeben, bei dem die Sozialistin Ségolène Royal gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy antritt. "Die bunte Mischung seiner Wähler, die sich oft mit den traditionellen Parteien überworfen haben, hätte eine autoritäre Wahlempfehlung ohnehin ziemlich bedeutungslos gemacht", kommentiert Dominique Quinio. "Deshalb muss man sich über Bayrous Neutralität nicht wundern, zumal sie trotz der Kritik an den beiden Herausforderern nicht besonders neutral ist: in Bezug auf Nicolas Sarkozy war seine Rede extrem kritisch. Das zeigt zumindest, wem er seine Stimme nicht gibt. Allerdings kann er nicht wissen, ob alle seine Wähler ihm auf diesem Weg folgen. Indem er für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, gewährt er sie auch den sieben Millionen Frauen und Männern, die einen dritten Weg für möglich gehalten hatten; ihnen verspricht er eine neue politische Kraft." (26.04.2007)
» zur Homepage (externer Link, La Croix)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Dominique Quinio