Der Kultur-Kolumnist Alan Riding bemerkt das Verschwinden der intellektuellen, unabhängigen Stimmen aus der öffentlichen Diskussion. "Das, was als 'klassische Kultur' des Westens bezeichnet werden könnte, hat viel Terrain an die Populärkultur und den sie begleitenden Prominenten-Wahn verloren. Sogar das Inventar der Pariser Linken, der Typ des öffentlichen Intellektuellen, ist fast verschwunden. Zwar wütet Harold Pinter immer noch gegen die USA und Günter Grass schlägt immer noch auf seiner Trommel, aber nur wenige Autoren unter 60 scheinen sich ihres Rechts bewusst zu sein, die öffentliche Debatte anzuführen. ... Aus der größtenteils unpolitischen Unterhaltungsindustrie sind eine Handvoll Film- und Rockstars hervorgetreten, unter ihnen Sting, George Clooney, Brad Pitt, Bono und Bob Geldof, um sich für wichtige Themen einzusetzen. Die jüngsten Versuche der Kultur, Einfluss auf die Politik zu nehmen und Verbindungen zur Gesellschaft zu knüpfen, waren nicht besonders rühmlich. Und das ist ein Verlust für uns. Die Entwicklung von 'Kunst und Gesellschaft' hin zu 'Kunst und Unterhaltung' hat einigen Wenigen Ruhm und Glück gebracht, dem Rest allerdings nur wenig Erhellendes." (21.07.2007)
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