14.10.2008
Der Historiker Tristram Hunt macht sich in der Tageszeitung The Guardian aus Anlass der Nachwahl zum Unterhaus im Stadtteil Glasgow East Gedanken über die Zukunft des Vereinigten Königreichs: "Statt den Nationalismus auszurotten, haben das schottische Parlament und die walisische Nationalversammlung nur die Rufe über die Parteigrenzen hinweg intensiviert, die nach der Balkanisierung Großbritanniens verlangen. ... Hier ist das Albtraum-Szenario: Eine Regierung unter der Schottischen Nationalpartei führt weiterhin in [dem schottischen Regierungssitz] Holyrood und versucht, ein Unabhängigkeitsreferendum zu erreichen. Währenddessen sieht eine Tory-Regierung in Westminster, die ohne einen einzigen schottischen Sitz ins Amt gewählt wurde, keinen Grund, warum sie ein System verteidigen soll, dass 39 schottische Labour-Abgeordnete ins Unterhaus befördert. Nach 2010 werden die beiden regierenden Parteien in Edinburgh und London auf ihr eigenes Wahlinteresse schauen und die Vernichtung der Union signalisieren. ... Es wurde Gordon Brown überlassen, die Union mit seinen hehren Worten über Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und dem 'British way of life' wieder zusammenzuschweißen. Die schreckliche Wahrheit ist, dass der Lauf der Geschichte eine andere Richtung einschlägt. Von der Slowakei bis zum Kosovo bis zur Nation, die vormals als Belgien bekannt war, geht der Trend zu kleineren, ethnisch kodifizierten nationalen Einheiten auf Kosten breiterer ziviler Föderationen."
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» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 23. Juli 2008
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