04.07.2009
Die Wochenzeitung Die Zeit freut sich mit Blick auf die Finanzkrise über die Befreiung der Kunst von der Wirtschaft. "Mag sein, dass die Bankenkrise dem einen oder anderen Kulturprojekt den Garaus machen wird. Werbegelder, die den Umweg über die Kultur suchten, könnten knapp werden. Aber die Kultur selbst, die Künste und Wissenschaften im engeren Sinne werden von der Krise profitieren. Sie stehen auf einmal von den Zudringlichkeiten der Ökonomie befreit, in ihrer ursprünglichen Hoheit da und müssen es nicht mehr leiden, dass die häppchenverschmierten Finger der Partygäste aus der Wirtschaft ihren nackten Leib beflecken. ... Gewiss wird es immer schmerzen, wenn ein Buch sich nicht verkauft; aber man wird nicht mehr die Ladenkasse zum Gradmesser der Qualität erklären. ... Es wird im Gegenteil die Attraktivität der Künste und der Forschung gewaltig steigern, dass ihre Qualitäten durch keine Wirtschaftskrise zu ruinieren sind. Erkenntnis und Schönheit unterliegen nicht dem Gesetz von Angebot und Nachfrage: Eine Wahrheit bleibt wahr, auch wenn sie zur Handelsware nicht taugt oder sogar außer Verkehr gerät. ... So hat sich das Blatt gewendet: Nicht die Kunst muss von der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft von der Kunst lernen."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Ausstellung / Museen, » Film, » Bildende Kunst, » Literatur, » Finanzmärkte, » Europa, » Global Alle verfügbaren Texte von » Jens Jessen
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 24. Oktober 2008
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