05.07.2009

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Top-Thema vom Freitag, 23. Mai 2008


Neue Debatte um Kernenergie

In Europa ist die Debatte um die Nutzung der Atomenergie neu entbrannt: Italien will nach 20 Jahren wieder neue Kernkraftwerke bauen, während in Schweden ein störanfälliger Atommeiler wegen Sprengstoffalarms teilweise geräumt wurde. Wie soll Europas künftige Energiepolitik aussehen?


Corriere della Sera - Italien

"Niemals zuvor hat sich die Industrie so klar und deutlich für die Kernenergie ausgesprochen. Es wäre interessant zu beobachten, ob das 'Pro' des Verbands eine Diskussion auslöst, die endlich von den alten Querelen zwischen Industriellen und Umweltschützern Abstand nimmt. Die Vorzeichen haben sich gewandelt. Für die Kernenergie stehen Überlegungen, die die Verfolgung der Prozesse der Globalisierung berücksichtigen und die Notwendigkeit, die Länder der Dritten Welt nicht länger dem ununterbrochenen Druck durch die Verteuerung der Lebensmittel auszusetzen. ... Die Kernenergie ist zugleich eine Antwort auf die Frage nach der Preisstabilisierung der Rohstoffe zur Energieherstellung und verschafft Europa eine stärkere Verhandlungsposition, da es sich heute immer wieder politisch und wirtschaftlich durch das Gas aus Russland unter Druck gesetzt fühlt." (23.05.2008)


Dnevnik - Slowenien

In der Tageszeitung Dnevnik schreibt Andrej Mrevlje über die Rückkehr Italiens zur Atomenergie: "Die Ankündigung des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung Claudio Scajola hat im nicht-atomaren Italien eingeschlagen wie eine Bombe. ... Prodis Regierung hatte Untersuchungen zum Bau von Atomkraftwerken auf die Zukunft ... verschoben, da man erwartete, bei der vierten Generation der Atomkraftwerke eine höhere Sicherheitsstufe und eine sehr begrenzte Menge an radioaktivem Abfall gewährleisten zu können. ... Berlusconis Regierung hat es eilig. Doch die Entscheidung wird nicht einfach: Während einige davon überzeugt sind, dass Atomenergie die einzige Lösung für Italien ist, warnen Experten vor den begrenzten Uranvorräten und dem teuren und langwierigen Bau von Atomkraftwerken. Doch werden die hohen Baukosten unbedeutend, wenn der Ölpreis auf 200 Dollar pro Barrel steigen wird." (23.05.2008)


Der Standard - Österreich

Nach der Aufdeckung eines möglicherweise geplanten Sprengstoffattentats auf das schwedische Atomkraftwerk Oskarshamn flammt die Debatte über die Sicherheit dieser Anlagen wieder auf: "Dieser jüngste Vorfall führt zu neuerlichen Diskussionen um die Atomsicherheit. In Schweden nimmt sich die jüngere Geschichte der Atomkraftwerke wie eine stete Folge von Pleiten, Pech und Pannen aus. Als bisher schwerwiegendster Vorfall gilt der vom Juli 2006 in der Anlage Forsmark: Ein Kurzschluss außerhalb des Kraftwerkes führte damals zur Trennung der Anlage vom Stromnetz und zur automatischen Schnellabschaltung des Reaktors." (23.05.2008)


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

Mögliche Alternativen zur Atomenergie diskutiert die Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung: "Dank neuartiger Technologien ... soll es möglich sein, ab 2010 mit Solarstrom die Netzparität zu erreichen, das heißt, mit Solarenergie produzierter Strom soll nicht teurer sein als herkömmlicher Strom aus der Steckdose. ... Bis jetzt hat sich in Europa der Solarstrom vor allem in Deutschland durchgesetzt - vorerst wegen der hohen Subventionen, die nicht zuletzt der boomenden Solarbranche zu hohen Gewinnen und rasch steigenden Aktienkursen verholfen hat." (23.05.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 23. Mai 2008

 

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