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07.01.2009

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Top-Thema vom Montag, 10. November 2008


Hoffnungen auf Bretton Woods II

Vertreter der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) treffen sich am kommenden Samstag zu einem Finanzgipfel in Washington. In Anlehnung an die Konferenz von 1944, auf der die globale Wirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde, sprechen viele von einem zweiten Bretton Woods. Die europäische Presse diskutiert die Erwartungen und Hoffnungen, die Europa mit dem Treffen verbindet.


Gândul - Rumänien

Die Tageszeitung Gandul meint, die europäischen Staaten werden sich nicht nur mit den USA einigen müssen, sondern auch unter sich: "Unterschiedliche Ansichten gibt es nicht nur zwischen den USA und der EU, sondern auch innerhalb der Union. Jene 27 sind sich in der großen Linie einig, eine deutlich verstärkte Kontrolle des Marktes zu fordern, dessen Schwächen sich jetzt klar in der aktuellen Krise gezeigt haben, doch gibt es Divergenzen in den Details. Ein Detail, über das sich die 27 einig werden müssen, ist die Rolle des IWF [Internationalen Währungsfonds] in der neuen Architektur des Weltfinanzsystems. Im Gegensatz zu den offiziellen Statements, dass es eine gemeinsame Position gebe, sorgen sich die liberaleren Länder (Großbritannien, Schweden) weiterhin über das sehr große Risiko einer Überreglementierung. … Der G-20-Gipfel ist damit nicht mehr als eine erste Etappe auf dem langen Weg das internationale Finanzsystem zu reformieren." (10.11.2008)


Financial Times Deutschland - Deutschland

Die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland meint, Europa müsse auf dem G20-Gipfel standhaft bleiben: "Die Europäer fahren mit großem Selbstbewusstsein und noch größeren Erwartungen zu dem Treffen. ... Die EU-Staaten dürfen Konflikte in den Verhandlungen mit den Amerikanern und den Schwellenländern nicht scheuen. Das europäische Konzept, als Folge der Krise einen stärker regelgebundenen und überwachten Finanzkapitalismus zu fordern, ist die einzige überzeugende Antwort auf die aktuelle Lage. Stehen die Europäer in Washington vereint hinter ihrem Ansatz, dann kann die Kraft ihrer Argumente die Reform der globalen Finanzmärkte entscheidend prägen. Je mehr Zeit verstreicht und der Schock der Krise nachlässt, desto schwerer wird es, weltweit politische Energie für eine solche Reform zu mobilisieren." (10.11.2008)


Corriere del Ticino - Schweiz

Die Schweizer Tageszeitung Corriere del Ticino sieht das von China beschlossene 460 Milliarden Euro schwere Konjunkturprogramm als vorbildlich: "Die geeignete Antwort des G 20 ist eine gemeinsame Verabschiedung von Konjunkturpaketen nach dem Vorbild Chinas. Aber dazu fehlt das Geld. Doch ist man berechtigt zu hoffen, dass in Washington eine gemeinsame Erklärung erreicht wird, in der die Teilnehmer sich verpflichten, Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft zu ergreifen und weiterhin zusammenzuarbeiten, um die Implosion des Bankensystems zu verhindern. Es ist auf jeden Fall ein positives Ergebnis, weil es den Willen zeigt, gemeinsam zu handeln und nicht jeder für sich und folglich gegeneinander. Dieser Wille der Kooperation wird noch verstärkt werden, wenn die Zwanzig sich verpflichten, einen Prozess zur Neugründung der Weltordnung zu beginnen. Ein zweites Bretton Woods ist machbar, es wird aber auf den Widerstand der Finanzwelt stoßen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, die Gesten der letzten Jahre zu wiederholen." (10.11.2008)


» zur gesamten Presseschau vom Montag, 10. November 2008

 

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