07.01.2009
Ab heute gehört in französischen Schulen der Abschiedsbrief des jungen Widerstandskämpfers Guy Môquet zur Pflichtlektüre. Der Historiker Max Gallo erklärt im Interview mit Michaela Wiegel, dass das an den Schulen vermittelte Geschichtsbild nicht von oben verordnet werden darf. "Für mich darf es keine Sanktionen geben, wenn ein Lehrer sich entscheidet, den Brief Guy Môquets nicht zu lesen. Das muss seiner Meinungsfreiheit überlassen sein. Genauso ist jeder Lehrer frei, den Brief zu kommentieren, wie er ihn historisch einordnet. Es soll Debatten geben, keine einheitliche Einordnung." Er erklärt, warum der Brief auch heute noch für Frankreich wichtig ist: "Der Zweite Weltkrieg bleibt das Raster, auf das alle politischen Debatten zurückführen, wie jetzt wieder in der Debatte über die Gentests für Einwanderer. Es ist eine Vergangenheit, die nicht vergeht."
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