07.01.2009
Martin Winter empört sich darüber, dass die EU einem Vorschlag des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy folgt und einen "Rat der Weisen" einrichtet. "Anstatt Sarkozys Vorschlag im Papierkorb zu versenken, wie er es verdient hätte, werden die 27 Staaten jetzt eine 'Nachdenkgruppe Horizont 2020-2030' ins Leben rufen. Die Lächerlichkeit des Namens entspricht der Sinnlosigkeit des Auftrags. Europa braucht keine Weisen, um zu wissen, vor welchen Herausforderungen es steht. Es braucht keine pensionierten Staatsmänner und Staatsfrauen oder Spitzenmanager, um eine neue europäische Idee zu finden. Globale Herausforderungen und europäische Visionen sind nach Joschka Fischers Humboldt-Rede im Jahr 2000 und während des Konvents zur Erarbeitung eines Verfassungsvertrags ausführlich und öffentlich besprochen worden. Was Europa braucht, sind Politiker, die europäische Sinnfragen nicht in Arbeitsgruppen abdrängen, sondern sie selber beantworten. Und die dafür Risiken eingehen und Konflikte aushalten. Aber an solchen Politikerpersönlichkeiten mangelt es."
» zur Homepage (externer Link, Süddeutsche Zeitung) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Europa Alle verfügbaren Texte von » Martin Winter
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 17. Dezember 2007
Bookmarken bei
Um den kostenlosen Newsletter zu abonnieren oder zu kündigen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein: