07.01.2009
Die slowakische Schriftstellerin Irina Brezna hat den Prager Frühling als 18-jährige Schülerin in Bratislava erlebt. Sie erinnert sich daran, wie das rigide Regime von Präsident Antonín Novotný an Einfluss verlor: "Novotnýs verbrecherische Biederkeit, mit der die Gesichter der Funktionäre vom Zentralkomitee der KP allgemein geschlagen waren, als kämen sie vom Fließband, stand für repressive Lüge und abtötende Langweile, die meiner Generation aufgezwungen wurde, seit wir denken konnten... Wäre der in jedem Klassenzimmer und in jedem Büro hängende Präsident attraktiv und jung wie Che Guevara auf dem berühmten Plakat gewesen, das ich dann später in den WGs der westlichen Linken hängen sah, wäre die tschechoslowakische Geschichte eine andere gewesen. Die Schönheit eines bärtigen Revolutionärs im schicken Béret hat aber zur westlichen Illusion vom Sozialismus gepasst und nicht in unsere hässliche Wirklichkeit... Der Frühling 1968 war licht, aber nicht, weil er eine lichte Zukunft entwarf, sondern, weil er die Dunkelheit als dunkel benannte."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Tschechien, » Slowakei Alle verfügbaren Texte von » Irina Brezna
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 3. März 2008
Bookmarken bei
Um den kostenlosen Newsletter zu abonnieren oder zu kündigen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein: