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07.01.2009

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Die Welt - Deutschland | Dienstag, 11. März 2008

Jan Skórzynski über den Realismus der 68er

Die 68er-Bewegungen in West- und Osteuropa hatten wenig gemeinsam, schreibt der polnische Publizist Jan Skórzynski in einem Essay: "Anders als im Westen spielte der Generationenkonflikt 1968 in Polen nur eine untergeordnete Rolle... Die Studentenbewegung in Polen nahm während der Demonstration an der Universität Warschau am 8. März 1968 den Charakter einer Massenbewegung an... Die Forderung nach Abschaffung der Zensur war eine der ersten politischen Parolen der polnischen Märzunruhen des Jahres 1968. Rufe nach Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit folgten. Äußerst wichtig ist an dieser Stelle, dass die Protestierenden keine freien Wahlen verlangten. In dieser Hinsicht waren sie Realisten. Was sie aber forderten, war ein gewisses Maß bürgerlicher Kontrolle über die Obrigkeit, und zwar sowohl im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich... Nach 1968 traten die protestierenden Studenten nach und nach in das politische und geistige Establishment ihrer jeweiligen Länder ein. Die polnischen Dissidenten fanden sich im Gefängnis oder im Exil wieder."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 11. März 2008

 

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