07.01.2009
Es sind nicht die Karikaturen allein, die Europa zum "Hassobjekt der islamischen Welt" machen, meint die Journalistin Mariam Lau. Es ist auch das gewachsene Selbstbewusstsein Europas: "Die größte Gefahr aber geht für die Despoten-Regimes der Region von dem aus, was unter der Zauberformel 'Euro-Islam' immer hartnäckiger durch ihre Grenzen einsickert: das Bestehen darauf, dass Islam und Demokratie eben doch keine unversöhnlichen Gegensätze sind, dass Scharia und Koran doch immer noch getrennte Reiche bilden, dass Frauen im Besitz eines Führerscheins und eines Wahlzettels nicht der Untergang des Morgenlandes sind und dass Bildungsdefizite oder ökonomischer Rückstand vieler moslemischer Länder ebenso eine Schande für die Umma sind wie Folter, Korruption und Aberglaube. Auch wenn unsere hiesigen Freunde der Dritten Welt es nicht wahrhaben wollen: Für immer mehr Moslems ist längst Standard, was westlicher Selbsthass gern als Kulturimperialismus verkaufen möchte, individuelle Freiheit, persönliche Integrität, politische Legitimation."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Global Alle verfügbaren Texte von » Mariam Lau
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 17. Februar 2006
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