05.09.2008
Michael Kläsgen kommentiert die öffentliche Wahrnehmung der Schmiergeldaffäre um den französischen Industriekonzern Alstom: "Man muss schon genau hinschauen, um überhaupt mitzubekommen, dass gegen Alstom ermittelt wird. ... Die Franzosen, so unsinnig Verallgemeinerungen auch sein mögen, haben offensichtlich ein entspannteres Verhältnis zu Affären oder im weitesten Sinne zu Lug und Trug, Korruption und Mauschelei. Woher diese Abgeklärtheit oder besser: Abgestumpftheit kommt, darüber lässt sich nur mutmaßen. ... Gib anderen nie eine Blöße, so musst du auch selber nie das Gesicht verlieren, lautet eine Maxime, die zur Bewältigung des Alltags unerlässlich ist. ... So gesehen ist es kein Wunder, dass Alstom am Tag zwei der Enthüllung in Frankreich nicht am Pranger steht. ... Es ist auch weit und breit nichts davon zu spüren, dass eine irgendwie geartete Aufräumarbeit beginnen würde. ... Wenn nicht eine ausländische Zeitung von dem Fall berichtet hätte - die Affäre wäre wohl nie aufgetaucht, wie vermutlich viele andere Affären es nie taten."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Kriminalität / Rechtsprechung, » Unternehmen, » Frankreich Alle verfügbaren Texte von » Michael Kläsgen
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 9. Mai 2008
Bookmarken bei
Um den kostenlosen Newsletter zu abonnieren oder zu kündigen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein: