08.01.2009
Der niederländische Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende hat sich bei seinem Besuch in der ehemaligen Kolonie Surinam nicht offiziell für die Sklaverei entschuldigt. "Zurecht", meint die Tageszeitung Trouw. "Die Diskussion hierüber ist ziemlich unfruchtbar, weil undeutlich ist, welchem vernünftigen Zweck damit in moralischer Hinsicht gedient ist. Es hat eine größere Bedeutung, dass Niederländer, Surinamer und surinamische Niederländer sich ihrer gemeinsamen Geschichte bewusst sind und die Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1863 gemeinsam gedenken. ... Damit ist die Gleichgültigkeit, die lange die niederländische Haltung ... bestimmte, durchbrochen worden. Das neue Bewusstsein ... kann in dieser Zeit ein Gegengewicht gegen populistische Politiker sein, die meinen, dass wir uns einfach der völkerrechtlichen und moralischen Verpflichtung gegenüber den früheren Kolonien entziehen können. ... Schließlich kann eine Entschuldigung auch das Gegenteil bewirken, einen Strich unter die Vergangenheit setzen. Gerade jetzt ist es wichtig .... die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig zu halten."
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