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08.01.2009

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Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 15. Mai 2008

Internationale Zeugen im Jaruzelski-Prozess

Ein Warschauer Bezirksgericht hat gestern entschieden, dass die Anklagebehörde, das Institut des Nationalen Gedenkens (IPN), vor Beginn eines Prozesses gegen den früheren polnischen Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski weitere Zeugen hören muss. Dazu gehören auf Jaruzelskis Antrag der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow, die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher und deutsche Altkanzler Helmut Schmidt. Mirosław Czech begrüßt den Prozess. "Der Kriegszustand beendete die friedliche Solidarność-Revolution. Er nahm Millionen Polen die Hoffnung. ... Schuld daran ist ausschließlich die Gruppe von General Wojciech Jaruzelski. ... Der Kriegszustand war eine politische Entscheidung, so wird auch der Prozess politisch. Das Gericht muss alle Dokumente kennen, vor allem die aus sowjetischen Archiven. Es müssen Zeugen verhört werden. Auch Michail Gorbatschow und Margaret Thatscher, was auf den ersten Blick überflüssig oder gar lächerlich scheinen mag. Das IPN will also, dass das Gericht sich in einen Seminarsaal für die neueste Geschichte verwandelt und in Sachen urteilt, die eine Domäne von Historikern sein sollte. ... Wenn ein Staatsanwalt sich mit der Bewertung der Vergangenheit befasst, verliert die Geschichte, die Gerechtigkeit gewinnt aber nicht."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 15. Mai 2008

 

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