07.01.2009
In einem Essay sieht Ondřej Horák die tschechische Literatur seit der politischen "Wende" in der Krise. "Wie lange muss die tschechische Literatur sich noch auf Hašeks 'Schwejk' berufen, auch wenn das zweifellos ein großer Roman war? … Auch die Titel kommerziell erfolgreicher Schriftsteller wie Michal Viewegh oder Halina Pawlowská erreichten nie die Auflagen, die einst Bücher von Bohumil Hrabal oder Milan Kundera erlebten. Die Auflagenhöhe heutiger Autoren erschöpft sich in ein paar Hundert Exemplaren. Und das hat etwas mit einem Verlust an Handwerk zu tun, an der mangelnden Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen, Helden zu zeichnen und lebendige Dialoge zu schöpfen. Die neuen Bücher sind häufig experimentell. Der Roman aber gehört nicht nur dem Autor, sondern auch den Lesern."
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