08.09.2008
Ein Leitartikel in der Tageszeitung Independent kommentiert die überraschend guten deutschen Wirtschaftsdaten: "Das Bruttoinlandsprodukt legte um 1,5 Prozent im ersten Quartal zu, doppelt so stark wie von vielen Analysten erwartet. ... Deutschland scheint viel unverwüstlicher ... zu sein als viele andere europäische Länder, insbesondere Großbritannien. Und diese Zahlen sollten uns an die Vorzüge einer ausgewogenen Volkswirtschaft erinnern. ... Das deutsche Bildungssystem hat in traditioneller Weise, als Gegengewicht zu den Verlockungen der Finanzwelt, eine starke Betonung auf technische Ausbildung und Lehrberufe gesetzt. Wir dagegen haben uns damit begnügt, dass rohe Marktkräfte über Karrieremöglichkeiten entscheiden. Winston Churchill bemerkte, dass er lieber die Finanzwelt weniger stolz, die Industrie aber zufriedener sehen wolle. Das wäre ein vernünftiges Rezept für die britische Wirtschaft, sobald das Schlimmste der [Finanz-]Krise überstanden ist."
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