08.09.2008
Anlässlich des EU-Lateinamerika-Gipfels in Lima analysiert der Leiter des EU-Zentrums der University of Miami Joaquín Roy: "Die Mehrheit der neuen EU-Mitglieder interessiert sich nicht für eine Region, zu der sie bislang kaum Beziehungen pflegte, sodass sich eine Verschiebung der EU-Prioritäten hin zur direkten Nachbarschaft und den strategisch wichtigen Regionen vollzogen hat. Auf der anderen Seite bremsen in Amerika die sich langsam bildenden Zollunionen eine regionale Integration. Das Konzept der Supranationalität wird abgelehnt und mit dem Verlust von Souveränität gleichgesetzt. Die starke Stellung des Präsidentenamtes sorgt im Zusammenspiel mit dem Wiederaufblühen populistischer Regierungen für eine Dominanz nationaler Themen. Außerdem wird die regionale Integration durch die konkurrierenden Angebote von Freihandelszonen mit den USA beeinträchtigt. ... Auf der anderen Seite des Atlantiks weigert sich die EU ihre Gemeinsame Agrarpolitik zu verändern, was [in Lateinamerika] die Angst vor einem als Hilfsprogramm getarnten Neoimperialismus nährt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » EU-Politik, » Europa, » Lateinamerika, » USA Alle verfügbaren Texte von » Joaquín Roy
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 16. Mai 2008
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