Revista 22 - Rumänien | Dienstag, 20. Mai 2008
Die Rolle der Intellektuellen in Osteuropa
Der rumänische Schriftsteller Horia-Roman Patapievici kommentiert in einem Interview die Rolle der Intellektuellen in Osteuropa: "Es gibt einige, die ähnliche Todesfälle deklarieren wie einst Roland Barthes, den 'Tod des Autors' oder Michael Foucault den 'Tod des Menschen', und die jetzt sagen, dass mit dem Fall des europäischen Kommunismus der Tod der Intellektuellen kam. Das ist eine Dummheit. ... Sicher, es könnte sein, dass die Intellektuellen nicht mehr solch eine prominente Rolle spielen wie noch im 20. Jahrhundert (wenngleich sie häufig auch hier eine erbärmliche Rolle einnahmen). Doch zu sagen, dass Intellektuelle keine Rolle mehr spielen, bedeutet, den Bürgern ihren Intellektuellen-Status abzuerkennen. ... Der Groll gegen die Intellektuellen rührt von der Idee her, dass intellektuell zu sein angeblich ein Privileg ist und viele, die zwar studiert, und in den Medien zu sehen und zu hören sind, aber nicht von dem 'Privileg' profitieren, zu den Intellektuellen zu gehören, wollen es abschaffen. Doch intellektuell zu sein, bedeutet keineswegs, einen Freipass zu besitzen, publikumswirksam oder bekannt oder berühmt zu werden."
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