08.09.2008
Tschechien hat gestern nach langem Zögern die Anerkennung des Kosovo beschlossen. Jiří Hanák fühlt sich an das Münchner Abkommen von 1938 erinnert, mit dem die Westmächte Hitler-Deutschland das Sudetenland abtraten, was die Tschechoslowakei damals als Verrat auffasste. "Großbritannien und Frankreich wählten 1938 zwischen Schande und Krieg. Sie entschieden sich für die Schande und bekamen obendrein den Krieg. In der Kosovo-Frage wählte der Westen zwischen Schande und der Ruhe auf dem Balkan. Er entschied sich für die Schande, aber Ruhe in der Region wird es wohl kaum geben. ... Als die Westmächte 1938 ein Stück der Tschechoslowakei amputierten, meldeten sich Tausende Serben als Freiwillige in der tschechoslowakischen Armee. Daran hätte Prag denken können. Aber in der Politik gibt es keine Dankbarkeit."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Geschichte, » Tschechien, » Serbien, » Kosovo Alle verfügbaren Texte von » Jiří Hanák
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 22. Mai 2008
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