08.01.2009
Homosexualität ist in Rumänien, wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern weiterhin ein Tabu-Thema. Am Samstag soll eine Gay-Parade in Bukarest stattfinden, auf die es in den vergangenen Jahren immer wieder Gewaltangriffe gab. Der Schriftsteller Mircea Cartarescu kommentiert: "Ein Volk ohne Homosexuelle kann nur das Ergebnis einer monströsen Politik von Exterminierung sein. In der Nazizeit wurden neben Juden, modernen Künstlern, Zigeunern, auch Homosexuelle als degeneriert eingestuft und ermordet. ... Die meisten, die Schwule hassen, zitieren aus der Bibel, den Satz von Jehova, den er zu den Juden sagt: 'Unter Euch soll es keine Homosexuellen geben'. ... Es ist eine Sünde, dass ein so universelles Buch wie die Bibel Hass erzeugt, so wie sie bei engstirnigen Interpreten Antisemitismus und Homophobie erzeugt hat. In anständigen Ländern werden Schwule als überschwängliches Element in einer uniformierten Welt gesehen. Gay-Feste und Paraden sind dort reine Karnevale. Leider verharren viele von uns in Osteuropa in Vorurteilen, der allererste Reflex, den wir bei Homosexuellen haben, ist Repression."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Alltagskultur, » Religion, » Minderheiten, » Osteuropa, » Rumänien Alle verfügbaren Texte von » Mircea Cartarescu
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 23. Mai 2008
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