07.01.2009
Mit Blick auf die aktuellen sozialen Bewegungen analysiert die Wirtschaftstageszeitung Les Echos die Veränderung der Streikkultur in Frankreich und Europa in den letzten zwanzig Jahren: "Heute die Eisenbahner, gestern die Kassiererinnen und Fischer, morgen die LKW-Fahrer und illegalen Arbeiter. … Wenn man diese große Zahl von sozialen Bewegungen betrachtet, könnte man denken, dass sich Frankreich wieder auf die große soziale Welle von Mai-Juni 1968 und ihrem Rekord von neun Millionen Streikenden besinnt. Das Gegenteil ist der Fall. Laut offiziellen Statistiken ist die Zahl der Streiks seit zwanzig Jahren deutlich rückläufig, in Frankreich wie fast in ganz Europa. … Aber der Streik ist noch lange nicht tot. … Besonders der Niedergang des Streiks in seiner traditionellen Form, der generell mit der Jobunsicherheit und der Schwächung der Gewerkschaften verbunden wird, ist kein Zeichen der Verkümmerung von sozialen Auseinandersetzungen. … Es wäre falsch, zu denken, dass die Bewegungen des Juni 2008 nur eine belanglose blasse Kopie [der Streiks von 1968] sind. Die Veränderung der Streikkultur bringt nicht unbedingt die Abschaffung der Kampfzone mit sich."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Soziales / Arbeit, » Soziale Bewegungen, » Frankreich, » Europa Alle verfügbaren Texte von » Pierre De Gasquet
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 11. Juni 2008
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