05.07.2009
Mit Blick auf die anhaltenden Proteste gegen die Bildungsreform in Italien, bei denen es auch zu Straßenschlachten zwischen radikalen Studentengruppierungen kam, analysiert die Tageszeitung Le Temps die Verschlechterung der sozialen Stimmung in Italien. "Seit langem hatte Italien kein so schädliches Sozialklima mehr erlebt. ... Die Massenproteste, die das Gesetz [von Bildungsministerin Mariastella Gelmini] zwischen den extremen Strömungen innerhalb der Studentenbewegung verursacht hat, weisen darauf hin, dass die Schulreform nur das Symptom eines tieferen Unwohlseins ist. Seit einiger Zeit ist die Radikalisierung der sozialen Verhältnisse der Italiener gegenüber Migranten, aber auch der Italiener unter sich, ein alarmierender Faktor einer schleichenden [gesellschaftlichen] Intoleranz. Im Fußballstadium fühlen sich die Ultras [gewaltbereite Fans] dazu legitimiert, den Hitlergruß zu zeigen. ... Die Rebellion der italienischen Studenten ist keine Laune. Es ist der Hilferuf einer Jugend, die sich eine andere Zukunft als die eines vom Angst gebrandmarkten Italiens sucht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Erziehung / Ausbildung / Bildung, » Soziale Bewegungen, » Italien Alle verfügbaren Texte von » Stéphane Bussard
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 30. Oktober 2008
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