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Ágh, Attila
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Rechtsradikalismus in Ungarn
Vor dem Hintergrund der Angriffe rechtsextremer Gruppen gegen Homosexuelle auf der "Gay Pride Parade" in Budapest am vergangenen Samstag macht sich der Politologe Attila Ágh Gedanken über den Rechtsradikalismus in Ungarn: "Das öffentliche Leben in Ungarn wurde in den vergangenen Jahren mehrfach von gewalttätigen Ausschreitungen rechtsradikaler Gruppen erschüttert. ... Es stellt sich heute eigentlich gar nicht mehr die Frage, welche Gründe hinter den Straßenunruhen in den vergangenen Jahren standen. Wir wissen doch seit langem allzu gut, dass der rechtsradikale Pöbel von den oppositionellen Jungdemokraten [Fidesz] unter Ex-Premier Viktor Orbán aufgestachelt wurde. Auch wissen wir, dass sich der Fidesz inzwischen halbherzig von den Ausschreitungen distanziert hat. ... In Wirklichkeit stellt sich heute die Frage, warum und wie lange noch die große Mehrheit der ungarischen Gesellschaft dem rechtsradikalen Vandalismus zusieht. Wann wird dem blinden Wüten auf den Straßen Budapests endlich Einhalt geboten? Die passive Mehrheit hat zwar hie und da bereits ihre Stimme erhoben. Gleichwohl befindet sich die große Mehrheit der Gesellschaft in Geiselhaft einer winzigen Minderheit von Vandalen."
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