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Boeri, Tito


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 31.10.2008

Studentenproteste in Italien

Hunderttausende Menschen haben gestern in Italien gegen die vom Senat verabschiedete Bildungsreform und die im Haushaltsplan festgesetzten Kürzungen im Bildungswesen protestiert. Die Tageszeitung La Repubblica weist auf die Hauptproblematik hin: das befristete, prekäre Arbeitsverhältnis in den Schulen und den Universitäten. "Bildungsministerin Gelmini hat es geschafft. Sie hat Mütter und Kinder, Schüler und Lehrer zusammengeführt und so den Generationenkonflikt, der das Land lähmte, beigelegt. Mit der Universitätsreform, die keine ist, sondern nur die Kürzungen des Haushaltsplans von Finanzminister Tremonti passiv durchführt, hat sie die Studentenbewegung wiederbelebt. Die Kundgebungen richteten sich gegen die Ministerin, der wahre Feind ist jedoch ein anderer: Das befristete Arbeitsverhältnis. Opfer der Kürzungen von 87.000 Arbeitsstellen, die ohne Rücksicht auf Verdienste und Qualität geschehen, sind die Angestellten. ... Die Studenten verurteilen den fehlenden Generationswechsel und die Vetternwirtschaft an den Lehrstühlen und fordern neue Studienpläne zur Forschung."

Financial Times Deutschland - Deutschland | 06.10.2008

Gemeinsames Handeln erforderlich

Die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland hat einen aktuellen Appell führender Ökonomen aus Europa und den USA dokumentiert, in dem diese die europäischen Staaten zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Finanzmarktkrise aufrufen. "Die jüngsten Erfahrungen aus den USA haben gezeigt, dass es keinen Sinn hat, einzelne Banken nach und und nach zu retten. Wir brauchen eine systemische Antwort. In Europa bedeutet dies, dass der Bankensektor unter Führung der Europäischen Union rekapitalisiert werden muss. ... Das Chaos auf den Finanzmärkten muss beendet werden, bevor es zu ernsthaften Schäden für die Realwirtschaft kommt. Die Ersparnisse von Hunderten Millionen Europäern sind unmittelbar bedroht. Wenn die Krise dazu führt, dass der Kreditmarkt austrocknet, werden Arbeitsplätze und Unternehmen in großem Stil vernichtet. ... In Europa bedeutet die Rettung einer einzelnen Bank, dass entweder nur eine Nation die Last auf sich nimmt, obwohl auch die Nachbarstaaten unter den Nebenwirkungen leiden, oder es kommt in letzter Minute zu einer improvisierten Gemeinschaftsaktion, bei der man sich darüber einigt, wie die Kosten aufgeteilt werden. Bisher war dieses Verfahren sinnvoll. Aber die europäischen Banken sind zu abhängig voneinander, als dass nationale Bemühungen oder sporadische koordinierte Aktionen noch ausreichen. Jede Intervention eines Nationalstaats und jede Gemeinschaftsaktion einer kleinen Gruppe von Ländern kann Auswirkungen auf andere europäische Nationen haben, die niemand vorhersehen kann. ... Dort, wo sie angebracht sind, müssen europaweite Lösungen entwickelt werden. ... Um Krisen dieses Ausmaßes in der Zukunft zu verhindern, wird es auch nötig sein, die Finanzmärkte und -institute europaweit zu regulieren."

La Repubblica - Italien | 03.09.2008

Die Mannschaften der Anderen

Die Tageszeitung La Repubblica bedauert, dass finanzkräftige Investoren wegen gewalttätiger Fans und fehlender wirtschaftlicher Transparenz einen Bogen um italienische Fußballvereine machen. "Die britische Premier League ist nach den verschiedenen Übernahmen die reichste Liga weltweit. ... Warum interessieren sich reiche Ölscheichs und russische Oligarchen nicht für italienische Fußballklubs? … Wer in Italien investiert, befürchtet, dass er das Erworbene nicht kontrollieren kann. Die Mannschaften sind Geisel der sogenannten organisierten Anhängerschaft, die zum Teil wahre Verbrecherbanden sind, die mit ihren Gewalttaten dem Gemeingut der Gesellschaft nicht wieder gut zu machenden Schaden zufügen könnten. Es sind Gemeinschaftshandlungen mit ökonomischen Absichten, für die man nur schwer individuelle Täter verantwortlich und strafrechtlich verfolgen kann. Hinzu kommt die Übermacht der Manager in den Fußballklubs, und zu guter Letzt der Interessenkonflikt: Das Geld der italienischen Klubs kommt fast ausschließlich aus den Rechten der Fernsehübertragungen. Wer die Verhandlungen führt, verfolgt häufig eigene private Interessen, im Konflikt mit denen anderer Mannschaften. Mit einem Wort, der Fußball leidet an genau den selben Krankheitssyndromen wie das gesamte italienische Wirtschaftssystem."

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