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Galtung, Johan
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Eingefrorene Konflikte
Angesichts der Konflikte in Südossetien und um die aserbaidschanische Enklave Nagorni Karabach sei der Kaukasus zur Hauptbühne eines sich aufbauenden "Zweiten Kalten Krieges" geworden, meint der Gründer des entwicklungspolitischen Friedensnetzwerkes TRANSCEND, Johan Galtung, in der Wochenzeitung Freitag. "Das Kesseltreiben zielt auf eine langfristige Einkreisung Russlands, Indiens und Chinas. Staaten, in denen mehr als zwei Fünftel der Menschheit leben. ... Der Kaukasus könnte zu einem großen Schlachtfeld mutieren, sollte der Kalte Krieg II irgendwann heiß werden. Dabei droht weniger die direkte Konfrontation zwischen den USA und Russland, sondern viel mehr der Ausbruch von Stellvertreterkriegen, wie das zuvor im Kalten Krieg I üblich war. So trachtet man zum Beispiel danach, den territorialen Konflikt um Nagorni Karabach zwischen Aserbaidschan und Armenien virulent und ungelöst zu halten. ... Da bei solchen zwischenstaatlichen Konflikten immer die territoriale Integrität gegenüber der nationalen Selbstbestimmung begünstigt wäre, müsste kaum mit internationalen Proteste gerechnet werden. ... Eine Aufteilung der Region Nagorni Karabach würde die gesamte Region destabilisieren. ... Frieden im Kaukasus lässt sich jedenfalls nur durch Ausgrenzung der Großmächte und durch aktive kaukasische Integrationspolitik erreichen. ... Mehr verantwortungsbewusste Staatsführung im Kaukasus, wenn ich bitten darf!"
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