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Presseschau / Autorenindex
Soares, Mário
Mário Soares, einer der Gründer der portugiesischen Sozialpartei, war ehemaliger Premierminister und in zwei Amtsperioden Präsident der Republik Portugal (1986 – 1991; 1991 – 1996). Von 1999 bis 2004 war er EU-Abgeordneter.
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Reaktion auf Neoliberalismus-Krise
Der ehemalige Premierminister und Präsident Portugals, Mário Soares, analysiert in der spanischen Tageszeitung El País die Notwendigkeit, auf die aus den USA kommende Krise des neoliberalen Wirtschaftsmodells zu reagieren: "Der Neoliberalismus ... ist am Ende. Ähnlich wie die ehemalige Sowjetunion ist er an seinen eigenen Widersprüchen gescheitert. Und die Auswirkungen der Mehrfach-Krise aus den USA erreichen Europa in einem Moment des politischen und strategischen Stillstands, der es daran hindert, zu reagieren. Wie kann die überzeugte Europäerin Frau Merkel Europa angesichts des unseligen Dreiecks Brown, Sarkozy und Berlusconi stärken? Nur eine gemeinsame Mobilisierung der europäischen Öffentlichkeit kann die Regierenden zur notwendigen Regulierung der Globalisierung ... bewegen. Vor 40 Jahren, im Mai 1968, erlebten wir die unerwartete, große Revolte der Studenten und Arbeiter, ... die De Gaulle erzittern ließ. ... Verlieren wir also nicht die Hoffnung."
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Lähmung der EU
Mário Soares, ehemaliger portugiesischer Präsident der Republik, reflektiert über den Zustand der Europäischen Union: "Das politische Europa, für das ich gekämpft habe und an das ich fest glaube, kommt nicht voran: Es ist stecken geblieben und seine Zukunft ist ungewiss. Es ist das Opfer der Lähmung – um nicht der Mittelmäßigkeit zu sagen – einiger seiner Politiker. Das Europa der Bürger ist zu einer Illusion geworden. Obwohl das europäische Parlament in der letzten Legislaturperiode an Konsistenz und Glaubwürdigkeit gewonnen hat. Doch alle scheinen auf bessere Zeiten zu warten, die nicht kommen. ... Deshalb spricht niemand von der Zukunft. Man spricht nur davon, die aktuellen Katastrophen zu überwinden. ... Die verschiedenen Krisen – wirtschaftliche, energiepolitische, die der Umwelt und nun der Lebensmittel – kreuzen sich und beeinflussen sich gegenseitig angesichts der generellen Unfähigkeit, ihnen mit innovativen Vorschlägen zu begegnen. ... Der Welt fehlt eine aktive EU, die sich ihrer Rolle als globaler Akteur sicher ist. Doch wie soll Europa ein globaler Hauptdarsteller sein, wenn die wichtigsten Politiker keine Dynamik und keinen politischen Willen zeigen oder einen Vorschlag für den richtigen Weg geben?"
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Sarkozy verliert die Gunst der Franzosen
Der ehemalige portugiesische Präsident Mário Soares kommentiert den Popularitätsverlust des französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy. "Es hat nur sechs Monate gedauert, bis die rationalistischen Franzosen begriffen haben, dass der undurchschaubare, hibbelige und unberechenbare Nicolas Sarkozy mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für Frankreich eine Katastrophe bedeutet. In den letzten sechs Monaten hat der Stil dieses Mannes keinen Anklang gefunden... Zum einen ist sein Exhibitionismus, den er mit seinen wechselnden Frauen an den Tag legt, unpassend für einen Staatschef. Zum anderen kann er seine Wahlversprechen nicht halten, insbesondere das der Stärkung der Kaufkraft. Das erklärt, warum er das Vertrauen der Franzosen so schnell verloren hat. Die Rechte ist zunehmend unzufrieden, sie fühlt sich betrogen, und die bevorstehenden Kommunalwahlen tun das Übrige... Für die EU ist der Prestigeverlust für Sarkozy allerdings nicht gut, auch wenn man wenig für seine Person übrig hat."
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