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20.11.2008

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Presseschau / Autorenindex


Vodička, Milan


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Mladá fronta DNES - Tschechien | 11.07.2008

Geschichtsträchtiger Prager Schreibtisch

Der Radarvertrag mit den USA für die geplante US-Raketenabwehr wurde auf demselben Schreibtisch unterzeichnet wie der sowjetische Vertrag zur Besatzung der Tschechoslowakei nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings 1968. Dieser Umstand rief in Tschechien viel Gelächter und bissige Kommentare hervor. Milan Vodička, der Kommentator der liberalen Tageszeitung Mladá fronta DNES sieht das anders: "Ich betrachte das nicht als peinlich. Im Gegenteil, eher als historische Befriedigung. Am selben Schreibtisch, an dem das Land einst gedemütigt wurde, ist jetzt etwas unterzeichnet worden, das derartiges künftig verhindern soll. ... Die Geschichte wiederholt sich keineswegs, wie die Radarkritiker behaupten. Dieser neue Vertrag ist kein Diktat, das uns 4700 russische Panzer aufzwingt. Wir haben das Dokument als souveräner Staat ausgehandelt, und die 250 Amerikaner, die das Radar bedienen werden, sind keine Besatzungsarmee."

Mladá fronta DNES - Tschechien | 11.06.2008

Erdölpreis führt von Globalisierung zur Lokalisierung

Der russische Energiekonzern Gazprom hält einen baldigen Erdölpreis von 250 Dollar pro Barrel für denkbar. Die liberale Tageszeitung Mlada fronta Dnes malt sich die Folgen aus: "Die autoverwöhnten Amerikaner fangen an, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. US-Firmen stellen die Arbeitszeiten um - auf viermal in der Woche á zehn Stunden. Das spart Benzin. Da die Lebensmittel wegen der Transportkosten teurer werden, serviert man in Restaurants kleinere Portionen. Fluggesellschaften kämpfen um Passagiere. Auch auf deutschen Autobahnen wird schon langsamer gefahren. Die Globalisierung erdrosselt sich selbst. Aus ihr wird die billigere Lokalisierung. Die Regionen gehen auf Selbstversorgung über. Rechnen wir besser damit, in den Läden nicht mehr die ganze Welt kaufen zu können. Das klingt wild. Aber 250 Dollar pro Fass klangen vor einem halben Jahr noch wilder."

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