Bereichsmenü: Presseschau
Presseschau / Autorenindex
Welzer, Harald
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Schwindendes Vertrauen in die Demokratie
Ausgehend von einer Studie der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung kommentiert die Tageszeitung Le Monde den Vertrauensverlust der westlichen Bürger in die Demokratie: "Die Demokratie scheint keinen günstigen Wind zu haben, sei es auf nationaler oder internationaler Ebene. ... Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ... denkt jeder dritte Deutsche, dass die Demokratie nicht gut funktioniert, die Zahl erreicht sogar 60 Prozent unter den ehemaligen Ostdeutschen. Ein Viertel der Befragten wollen von der Demokratie 'wie sie bei uns ist' nichts mehr wissen. ... Der Vertrauensverlust in die Demokratie verrät nicht nur die Zunahme von autoritären Tendenzen, er spiegelt sich auch in der Ratlosigkeit der politischen Eliten wider, die unfähig sind, das Ausmaß der von der Zukunft gestellten Probleme zu erkennen. Deshalb scheint der Kandidat Barack Obama als Erretter, selbst wenn man kein Amerikaner ist. ... Integration erfolgt durch Teilnahme und nicht durch Fürsorge und muss durch innovative Formen der direkten Demokratie gestärkt werden, die auch Medien wie das Internet umfassen. Die abstrakten Richtlinien der Europäischen Union können keine Identifizierungswirkung haben, da niemand versteht, wie sie Verwendung finden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Weltanschauung, » Europa, » Global
Nazi-Faszination in der Literatur
In Deutschland erscheint in den kommenden Tagen der Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell, der aus der Perspektive eines SS-Offiziers den Vernichtungskrieg gegen die Juden schildert und schon in Frankreich für Aufregung gesorgt hatte. Der Soziologe und Erinnerungsforscher Harald Welzer hält nichts von dem Roman: "Littells Roman repräsentiert gerade in der erstaunlichen Spannung zwischen seiner durchaus fehlenden Qualität und dem Hype, den er ausgelöst hat, eine neue Eskalationsstufe der Nazi-Faszination, gerade in der Art, wie er historische Fakten, Gewaltpornografie und die Gediegenheit des Bildungsbürgers Aue [Protagonist des Romans] zusammenrührt. Diese Mischung ergibt die pure Affirmation des Grauens, und interessant daran ist lediglich, dass Littell keinen Roman im klassischen Sinn vorlegt, sondern eine endlose Aufzählung von etwas, was er vermutlich für Fakten hält."
» zur Homepage (externer Link, Die Zeit)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Literatur, » Geschichte, » Frankreich

