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Presseschau / Autorenindex
Aeschimann, Eric
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Patrick Savidan über Chancengleichheit und Umverteilung
Der französische Philosoph Patrick Savidan, Leiter des Netzwerks "Observatoire des inégalités", spricht im Interview mit Eric Aeschimann über Chancengleichheit. Diese beruhe auf dem Leistungsprinzip. "Im Ancien Régime wurden Geld und Würden nach Geburt verteilt. Durch die Auseinandersetzungen in der Moderne hat sich Leistung als Verteilungskriterium durchgesetzt. Chancengleichheit bedeutet, dass in einer Gesellschaft jeder eine Position erreichen kann, die seinen Bemühungen und seinem Talent entspricht... Um glaubwürdig zu sein, muss Chancengleichheit aber an ein Umverteilungssystem gekoppelt sein, das die Ungleichheit der sozialen Herkunft durch die Steuer korrigiert. Doch dort drückt der Schuh. Sobald jemand findet, sein Verdienst sei nur ihm allein zuzuschreiben, denkt er, er sei auch der einzige Eigentümer seines Wohlstands. Folglich wird er nur widerstrebend Steuern zahlen, denn es kommt ihm so vor, als würde er einen Teil seines Reichtums als verdienstvoller Bürger einem Leistungsverweigerer geben."
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Der Film "La Question humaine" von Nicolas Klotz
Die Romanverfilmung "La Question humaine" von Nicolas Klotz, in dem die Welt der Unternehmen mit dem Nationalsozialismus verglichen wird, kommt heute in die französischen Kinos. Eric Aeschimann fand den Film wenig überzeugend: "Die Geschichte nimmt Bezug auf eine These, die bei manchen radikalen Denkern (Bauman, Agamben) sehr beliebt ist. Für sie gehorcht eine ultraliberale Gesellschaft denselben entmenschlichten Strukturen wie die Vernichtungslager der Nazis und ist deren Verlängerung in die Gegenwart. Aber in diesem Falle belastet diese These die Fiktion mit ihrem ideologischen Gewicht und wird so am Ende zum Problem. Vor allem weil der Liberalismus, selbst mit seinen verhängnisvollen Auswirkungen für den Menschen, nichts mit dem nationalsozialistischen Horror gemein hat."
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Eric Hobsbawm über die Neuerfindung der Geschichte
Der britische Historiker Eric Hobsbawm erklärt Eric Aeschimann in einem langen Interview unter anderem, dass die Entkolonialisierung "zur Entstehung neuer Staaten ohne Geschichte geführt hat - oder mit einer Geschichte, die diese Staaten nicht annehmen wollen. Das Ende des Kalten Krieges hat in jüngerer Zeit zum Schmelzen der Geschichte geführt, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges etabliert hatte. Fast überall gibt es neue Sichtweisen auf die Geschichte, die sich aufdrängen - oder die einem aufgedrängt werden. Das hat einen außerordentlichen Raum eröffnet für die Neuerfindung von Geschichte, die zu weiten Teilen mythologisierend ist, denn diese Geschichten werden nicht von Historikern geschrieben, sondern von Regierungen, Bewegungen, Organisationen, Interessensgruppen... Eine Nation existiert nur in Bezug zu ihrer Vergangenheit... Deshalb ist es nicht erstaunlich, wenn sich eine ethnische Gruppe oder eine vorgeblich ethnische Gruppe, die sich eine gemeinsame Identität schaffen will, eine Geschichte erfindet."
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