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Babarczy, Eszter


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Népszabadság - Ungarn | 07.07.2007

Eszter Babarczy über die politische Landschaft Ungarns

Die ungarische Linke hat sich spurlos aufgelöst, stellt die Soziologin Eszter Babarczy fest. "In Ungarn gibt es keine linke Politik, nur linke Parolen - im konservativen Lager. Das ist sehr verwirrend. Linke und rechte Parteiprogramme rutschen europaweit in die Mitte, die Zielgruppen sind immer weniger eindeutig definierbar... In der westlichen Welt unterscheiden sich die Parteiprogramme nur noch durch die 'Werte' und durch einige symbolische Fragen, wie die Einstellung zur Abtreibung, zum Irakkrieg, zur Verwendung religiöser Symbole im öffentlichen Raum. Seit der Wende wird auch bei uns gerne Politik mit Symbolen gemacht, aber sie sind eher dazu da, das eigentlich politische Geschehen zu verbergen. Durch Symbole wird die emotionale Spannung aufrechterhalten, in Debatten über den Standort der Heiligen Krone, über Gedenktage oder durch gegenseitige Anschuldigungen in Bezug auf Kommunismus oder Antisemitismus. Bloß: In was für einem Land wir leben wollen, davon ist nie die Rede."

Népszabadság - Ungarn | 01.08.2006

Eszter Babarczy über Korruption in Ungarn

Auch 16 Jahre nach der Wende misstrauen die Ungarn ihren staatlichen Institutionen, der Regierung und den Gesetzen. Da erscheint ihnen Korruption als probates Mittel, um eigene Interessen durchzusetzen, analysiert die Soziologin Eszter Babarczy, die sich an die 80er-Jahre erinnert fühlt: "Meinen ersten Kühlschrank ergatterte ich damals mit einem Kuss. Der Preis, den der Verkäufer nannte, schien mir gerecht... Wenn alle wissen, dass es langfristig sinnvoll ist, Spielregeln einzuhalten, dann passen sich früher oder später alle an, weil sie den Druck der anderen spüren. Wir brauchen zuerst Regeln, an deren Wirksamkeit alle glauben. Doch diese Regeln können nicht von der Regierung oder den verschiedenen Interessengruppen erfunden werden. Diese können den Bürgern nur klar machen, welche langfristigen Konsequenzen unser jetziges Verhalten hat. Erst dann können neue Regeln vorgeschlagen werden."

Népszabadság - Ungarn | 22.07.2006

Eszter Babarczy über das Lebensgefühl junger Ungarn

Die junge Autorin Eszter Babarczy sieht das heutige Lebensgefühl junger Menschen in Ungarn vor allem von Ernüchterung gekennzeichnet: "Die demokratische Oppositionsbewegung der 80er Jahre kämpfte im Namen der Zivilgesellschaft, der Menschenrechtsabkommen von Helsinki und der gesellschaftlichen Solidarität und hinterließ schöne Illusionen als Erbe. In der Euphorie der Wende sprachen Historiker und Politologen über den neuen Liberalismus, der die Politiker mit der Anti-Politik eines Vaclav Havel infizieren werde." Die ungarische Zivilgesellschaft habe sich weit von diesen Ideen entfernt, stellt Babarczy fest: "Stiftungen für häusliche Zwecke, als Kirchen eingetragene, obskure Vereine und Organisationen, die edlen Zwecken dienen sollen, aber rasend schnell Untereinheiten bilden, um mit der gleichen Adressenliste Geld zu sammeln - die Jahrtausendwende brachte Ernüchterung in Bezug auf unseren kindlichen Idealismus. Wir entschädigen uns durch Unmengen von Zynismus."

Népszabadság - Ungarn | 04.02.2006

Szabos neuer Film

Die junge Schriftstellerin Eszter Babarczy hat den neuen Film von Istvan Szabo "Rokonok" ("Verwandte") gesehen, mit dem die Ungarische Filmwoche in Budapest eröffnet wurde. Wenige Tage vor dem Festival wurde Szabos Stasi-Vergangenheit enthüllt. Babarczy beschreibt, wie die moralische Forderung des Films, bei Seilschaften nicht mitzumachen, jetzt auf sie wirkt. "Die politischen Systeme der jüngsten Vergangenheit haben öffentliche Debatten unterdrückt und die Gesellschaft der Möglichkeit beraubt, ihre Geschichten zu erzählen und mit ihren Dilemmata ins Reine zu kommen.... Die Stasi-Affären und Korruptionsskandale zeigen, wie ambivalent und halbherzig unsere vererbten moralischen Normen sind."

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