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Presseschau / Autorenindex
Bettiza, Enzo
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Kontinuität mit Obama?
Enrico Betizza stellt in der Tageszeitung La Stampa eine eher düstere Prognose für das Erwachen aus dem Obama-Traum auf: "Obama wird sich die faszinierende Maske des Rockstars abnehmen und mit offenem Visier die Hinterhalte und Dornen angehen müssen, die ihm die vorherige Regierung in der Weltpolitik als Erbe hinterlassen hat. Die Unilateralität der USA mit der Flexibiltät der Europäer zu versöhnen, wird eines der schwierigsten Unterfangen sein, die ihn erwarten. Die Wahrheit ist, dass viele schläfrige Träumer in Europa Barack Hussein Obama für einen Heiland aus dem Bilderbuch gehalten haben, der mehr aus Afrika und Asien denn aus Amerika komme. Aber trotz der drei exotischen Namen entpuppt sich Obama als reiner Amerikaner und wahrhaftiger als wir ihn uns in den Schatten und Lichtkegeln seines Aufstiegs vorgestellt haben. Wir tun gut daran uns zu erinnern, dass er mit einem Programm triumphiert hat, das alles in allem weniger radikal als das von Hillary Clinton ist, und dass sein Weg – zumindest in der Außenpolitik – keine epochalen Kehrtwendungen ankündigt. Die Diskontinuität mit der Administration Bush wird folglich eher formal denn substanziell sein."
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Französischer Weg im Nahen Osten
Der Schriftsteller Enzo Bettiza kommentiert in der Tageszeitung La Stampa die neue Rolle Frankreichs im Nahen Osten in Zusammenhang mit der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft. "Sarkozys Rede in der Knesset wird von dem Sanktionspaket unterstützt, das Brüssel soeben gegen Teheran verabschiedet hat. ... Die Gleichzeitigkeit der französischen EU-Ratspräsidentschaft und des Endes der Ära Bush geben Sarkozy die Möglichkeit, die Rolle des Friedensbringers und Hauptakteurs in der Wiederbelebung der Nahost-Diplomatie Frankreichs, aber auch Europas, zu übernehmen. ... Sarkozy beabsichtigt, die Lücken der eventuellen Reduzierung der amerikanischen Handlunsgbereitschaft im mittleren Osten der Post-Bush-Ära schon vorbeugend zu füllen. ... Sarkozys EU-Präsidentschaft könnte ein ausschlaggebendes Semester werden, das sich international und innereuropäisch positiv auswirkt. Die Tatsache, dass Sarkozy in einer so schwierigen Region die reale Rückkehr Frankreichs mit dem virtuellen Gewicht Europas verbindet, ist ein eindeutiges Zeichen eines Blicks in die Zukunft, in der dritten Phase der EU, die auf die Gründung und Maastricht folgt."
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Die Kirche und der kommunistische Geheimdienst
Der Journalist und Schriftsteller Enzo Bettiza kommentiert die Enthüllungen der Vergangenheit von Wielgus. "Es ist womöglich der schwerwiegendste Skandal im turbulenten ehemaligen Ostblock seit 1989 und er ist nicht leicht zu begreifen. Kaum zum Erzbischof von Warschau ernannt, gesteht Wielgus das Unfassbare, nämlich 20 Jahre lang ein Spion im Dienst des kommunistischen Regimes gewesen zu sein... Man weiß nicht, welchen Schaden die geheimen Aktivitäten des Prälats angerichtet haben, doch es geht weniger darum, wie viel Schaden Wielgus der Kirche und den antikommunistischen Dissidenten zugefügt hat. Der Punkt ist, dass der Fall Wielgus in einem Land, in dem die Kirche immer eine moralische Instanz war, nicht nur ekelerregend und verheerend wirkt, weil er lange mit den damaligen Geheimdiensten zusammengearbeitet hat, sondern weil er das bis zuletzt geleugnet hat."
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