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Braun, Michael
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Pogrome in Neapel
Auch linke Politiker machen bei der Roma-Hetze in Italien mit, beobachtet die tageszeitung: "In Neapel brennen Roma-Barackenlager - und außer der radikal linken Zeitung Il Manifesto mag kein Blatt, mag kein einziger TV-Sender das Wort Pogrom in den Mund nehmen. ... Italiens Rechte hat schon im Wahlkampf die öffentliche Sicherheit zum 'Notstandsfall Nummer eins' erklärt, und sie hat gleich hinzugefügt, was sie damit meint. Nämlich nicht die [Mafia-Vereinigungen] Cosa Nostra, die Camorra und die Ndrangheta. ... Ihrer Ansicht nach ist die Sicherheit bedroht durch Roma und Rumänen. ... Auch die Linke trug und trägt zur Schaffung dieses Klimas bei. Es war Walter Veltroni, der im letzten November nach einem Mord in Rom den 'Rumänen-Notstand' ausrief und öffentlichkeitswirksam Barackenlager der Roma räumen ließ."
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Die Rückkehr Berlusconis
Michael Braun glaubt, dass sich Berlusconis Rückkehr an die Macht schon in dem Moment im April 2006 ankündigte, als er die Wahlen gegen Romano Prodi verlor: "Den Rest besorgte Romano Prodi mit seiner Koalition. Einfach kläglich war das Bild, das die Mitte-Links-Truppe mit ihren rund 13 Parteien an der Regierung ablieferte – und schnell war auf der Rechten vergessen, dass Berlusconi zuvor in fünf langen Jahren nichts getan hatte, um die strukturellen Probleme eines Landes zu lösen, dessen Wirtschaft seit Jahren stagniert. Prodi: Das war der Fiskal-Dracula, der die Steuern erhöhte, um den Haushalt in Ordnung zu bringen und die von der EU vorgegebenen Stabilitätsziele einzuhalten. Berlusconi dagegen – hatte der nicht in seiner Amtszeit eine Steueramnestie nach der anderen erlassen?... Zum ersten Mal – und das ist für Italien eine wahre Revolution – werden im Abgeordnetenhaus auch nur vier Fraktionen sitzen. Es ist also vorbei mit den 23 bis 30 Parteien, die bisher römische Politik ausmachten."
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Italienische Justiz geht gegen Roma vor
Michael Braun meint, in Italien herrsche inzwischen eine regelrechte "Pogromstimmung" gegen die Roma. "Hass macht sich breit, der zuerst und vor allem von den Medien geschürt wird. Wann immer in den letzten Monaten ein Rumäne als Täter in Erscheinung trat, wurde die Berichterstattung zur politischen Kampagne. Und die Politiker, vor allem von rechts, hängten sich gerne dran. Jetzt aber, nach dem letzten Mordfall in Rom, hat Walter Veltroni die Initiative an sich gerissen. Er ruft den Kampf aus gegen den 'Rumänen-Notstand'. Schließlich läuft er sich warm als Nachfolger Romano Prodis, und deshalb meint er wohl, er könne sich eine offene Flanke auf der Rechten nicht leisten. Doch seine Rechnung wird nicht aufgehen. Denn eine Politik, die Ängste ernst nimmt, indem sie den Notstand verkündet, trägt kaum zu größerem Sicherheitsempfinden bei."
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Die Renaissance der Mafia in Neapel
Michael Braun hält nichts davon, Soldaten nach Neapel zu schicken. Das gab es schon einmal, schreibt er: "Die Mafia nahm es zur Kenntnis - und machte einfach weiter... Einmal, Mitte der Neunzigerjahre, schien es, als könne Italien die Macht der Mafia brechen. Da war die Rede vom 'Palermitaner Frühling' und von der 'Renaissance Neapels', da wurden Bosse zu Dutzenden verhaftet, da wachte die Zivilgesellschaft auf. Doch am Ende ließ der Staat sie allein. Kaum hatte Siziliens Mafia auf spektakuläre Morde an Staatsanwälten und Politikern verzichtet, da genoss der Anti-Mafia-Kampf keine Priorität mehr, auch nicht bei der politischen Linken. Staatsanwälte, die die Weiße-Kragen-Komplizen der Mafia in Wirtschaft und Politik verfolgen wollten, fühlten sich plötzlich wieder isoliert. Die Botschaft kam an: Solange Mafia und Camorra es nicht zu toll treiben, haben sie nichts zu fürchten. Statt Armeeeinheiten braucht Neapel daher ein politisches Signal aus Rom: dass der italienische Staat nicht mehr mit der Mafia zusammenleben will."
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