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Campeanu, Cristian
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Traum der Postkommunisten
Das rumänische Parlament stimmt heute darüber ab, ob gegen Ex-Premier Adrian Nastase und gegen Ex-Verkehrsminister Miron Mitrea Strafermittlungen wegen Korruptionsverdächtigungen eingeleitet werden sollen. Es ist das erste Mal, dass nicht die Staatsanwaltschaft, sondern die Abgeordneten über Ermittlungen entscheiden. Die Zeitung Romania Libera schreibt dazu: "Es ist an der Zeit, dass wir uns eingestehen, dass der Kampf gegen die Korruption genauso fehlgeschlagen ist wie die Justizreform. ... Mit dem Kampf gegen die Korruption hätten wir uns der korrupten Richter, Staatsanwälte und Funktionäre entledigen sollen, während die Justizreform die Korruption bis zur höchsten Rangebene hätte eliminieren müssen. Die Voraussetzung zum Erfolg war der Wille der politischen Elite. Doch der hat niemals existiert. Im Gegenteil. Wir sind auf dem Weg, die goldenen Träume der postkommunistischen Politiker wahr werden zu lassen: Eine Gesellschaft ohne Rechtsstaat, die jedoch EU-Mitglied ist. Eine Gesellschaft, in der man straflos stehlen kann. ... Unsere politische Klasse hätte keinerlei Argument, um eine möglicherweise von Brüssel ausgegebene Schutzklausel im Justizbereich zurückzuweisen. Dennoch könnte die Schutzklausel mehr schaden, als wirken. ... Und selbst wenn sie nicht eingeführt wird, könnten andere Maßnahmen folgen: von der Aussetzung des EU-Fonds bis hin zur Aussetzung des rumänischen Stimmrechts im EU-Ministerrat."
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Putin: Vom Staatschef zum Regierungschef
Der frühere russische Präsident Wladimir Putin ist jetzt russischer Premierminister. Cristian Campeanu kommentiert: "Die russische Politik wird ihren altbekannten Weg gehen, den Putinismus. In der Innenpolitik müssen wir mit einer Konsolidierung des autoritären Regimes rechnen. … Ein zweites Element des Putinismus ist der 'Staatskapitalismus', die Form eines quasifaschistischen Korporatismus, bei dem die russischen Unternehmen mehrheitlich dem Staat gehören und von hochrangigen Regierungsfunktionären nach kapitalistischen Prinzipien geführt werden. Diese Firmen, die über riesige finanzielle Ressourcen verfügen, werden nicht nur für die Profitmaximierung gebraucht, sondern um die politischen Interessen Moskaus durchzusetzen. Gasprom, eine der größten Firmen der Welt, ist ein passendes Beispiel dafür. ... Heute arbeiten Regierungen wie Italien, Deutschland oder Österreich nach dem Leitsatz: Wenn die Russen nicht zu besiegen sind, ist es besser Geschäfte mit ihnen zu machen. Der Kapitalismus des russischen Staates hat viele Anhänger in Westeuropa, die vom liberalen Kapitalismus gesättigt sind, und es gibt auch immer mehr Anhänger der Theorie, sich Moskau anzupassen."
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Rumäniens Medien als Jukebox
In der vergangenen Woche haben die rumänischen Medien, die teilweise im Besitz von Politikern sind, mehrfach Präsident Traian Basescu angegriffen. Dieser erklärte im Gegenzug, die Medien funktionierten wie eine Jukebox, in die man nur Geld einwerfen müsse, dann spielten sie die gewünschten Lieder. Cristian Campeanu kommentiert: "Ich habe keine Zweifel, dass in der rumänischen Presse Stimmen käuflich sind. Sie werden von wichtigen Interessengruppen finanziert, um die eigene politische und ökonomische Agenda zu befördern. In dieser Zunft wissen wir auch alle, wer diese Stimmen sind. Die rumänischen Medien sind ebenso wenig wie die Politiker Vorreiter von Ehrlichkeit und Moral. Doch all das rechtfertigt die 'Jukebox-Theorie' des Präsidenten nicht. Ich glaube nicht, dass Basescu ein maskierter Diktator ist. Ich denke, er wird von einem Dämon geplagt."
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Cristian Campeanu über das Scheitern des Multikulturalismus
Seit dem tödlichen Überfall eines rumänischen Roma auf eine Italienerin diskutieren Italien und Rumänien über Immigrations- und Abschiebepolitik. Cristian Campeanu fühlt sich an die Debatte nach dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh erinnert: "Der Mord am Regisseur Theo Van Gogh löste in den Niederlanden und in ganz Europa eine Debatte über die Grenzen der Multikulturalität aus. Multikulturalität ist eine Theorie, die besagt, dass in einer Gesellschaft alle Kulturen – gleich welcher Ethnie, Sprache, Religion – die gleichen Rechte haben... Mit anderen Worten, universelle Werte gibt es nicht; sie sind auf die jeweilige Kultur, Rasse oder Ethnie bezogen und können nicht von außen aufgezwungen werden... Die wohl unglückseligste Konsequenz aus dieser Ideologie ist, dass der Dialog zwischen den Kulturen unmöglich wird. Wir leben nebeneinander in Parallelwelten mit Parallelregeln. Die Minderheit flüchtet in Ghettos, und 'Toleranz' bedeutet in der Regel gegenseitige Ignoranz. Probleme treten dann auf, wenn Grenzen verletzt werden und die Parallelwelten aufeinanderprallen. So war es bei dem Mord an van Gogh, der von einem Islamisten begangen wurde, woraufhin Moscheen angezündet wurden. Und das geschieht jetzt wieder nach der Ermordung einer Frau durch einen Roma, weshalb die Italiener begonnen haben, Rumänen abzuschieben. Wir vergessen plötzlich, dass wir kultivierte, multikulturelle Europäer sind."
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Rumänien belegt Rang 69 im Korruptions-Index
Die Organisation "Transparency International" hat ihren weltweiten Korruptionswahrnehmungsindex CPI veröffentlicht. Cristian Campeanu über die rumänische Wertung: "Wir teilen uns Platz 69 - von insgesamt 180 Plätzen - mit Ghana, und das, obwohl Rumänien dank des EU-Beitritts wichtige Fortschritte gemacht haben soll. Wir stehen schlechter da als Kolumbien, das globale Zentrum des Kokain-Schmuggels, schlechter als Bulgarien, wo die Mafia am helllichten Tag um sich schießt, oder die Türkei, wo Worte wie 'Bakschisch' erfunden worden sind. Natürlich ist alles eine Frage der Wahrnehmung... Trotzdem sollten wir uns fragen, warum Rumänien als dermaßen korruptes Land wahrgenommen wird. Die einzige ehrliche Antwort wäre: weil es so ist... Wenn die Beamten vom Rathaus bis ins Ministerium, Polizisten, Staatsanwälte, Richter und Parlamentarier bestechlich sind, bekommt man das Gefühl, in der Falle zu sitzen, und dieses bestimmt auch die Wahrnehmung, dass überall Korruption herrscht."
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