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Culcer, Rodica
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Grenzen der Integration
Die Wochenzeitung Revista 22 macht sich Gedanken über die Roma-Integration in Rumänien und Europa: "Wenn wir ehrlich sind und ein bisschen die Geschichte studieren, wird uns klar, dass die Idee einer Integration der Roma in eine reglementierte Gesellschaft sehr neu ist. Jahrhundertelang haben die Roma am Rand der Gesellschaft gelebt, ob in Persien, im Byzantinischen oder Osmanischen Reich, ob in Großbritannien oder in Mittel- und Osteuropa. Sie profitierten von den Schwächen und korrupten Machenschaften der Mehrheit, so wie es heute in Rumänien passiert, wo die Roma-Clans nicht ohne die Korruption der Stadtverwaltungen oder der Polizei reich werden könnten. Sie können nicht über Nacht integriert werden, auch nicht unter Druck, vor allem können sie nicht in einem schwachen und korrupten Staat integriert werden, in dem es rentabler ist, das Gesetz zu brechen, als es zu respektieren. Man sieht es an der Integration der Roma in Spanien, die erfolgreicher gewesen ist als in Mittel- und Osteuropa. ... Leider sind die Nichtregierungsorganisationen, ebenso wie die rumänische Regierung und die EU, mit der Frage überfordert, welchen Sinn es macht, Milliarden Euro in Roma-Programme zu investieren, wenn sie von einer schwachen, inkompetenten und korrupten Verwaltung organisiert werden."
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EU ignoriert Zustände in Rumänien
Das Ausmaß der rumänischen Korruption ist der EU schon lange bekannt: Ein unter Verschluss gehaltener Expertenbericht von 2007, wonach der Anti-Korruptionskampf in Rumänien auf allen Ebenen Rückschritte verzeichnet, wurde kürzlich vom britischen Wirtschaftsmagazin The Economist veröffentlicht. Die Ergebnisse des Berichts, der von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben worden war, wurden jedoch nie genutzt. Die Wochenzeitung Revista 22 ruft die Rumänen nun zur Verantwortung: "Europa fehlt es nicht an Informationen hinsichtlich der realen Situation über den Justiz- und Politikbereich in Rumänien, es fehlt Europa ... am Mut und der notwendigen Entschlossenheit bei der Verteidigung des Rechtsstaates und beim Kampf gegen Korruption. Dieser Mangel ... und die fehlenden institutionellen Mittel, um Staaten, die vom europäischen Standard abweichen, zu bestrafen, erlaubt den rumänischen Parlamentariern, jegliche Tricks zu nutzen, um ihre beschämenden eigenen Interessen zu verteidigen und die ganze EU lächerlich zu machen. ... Es ist nutzlos, dass wir darauf warten, dass Europa unsere Strukturprobleme löst, wie es bis zum EU-Beitritt geschehen ist. ... Die Rumänen müssen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und entscheiden, ob sie einen Rechtsstaat und eine effiziente Politik zur Bekämpfung der Korruption brauchen."
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Rumänien als Musterschüler im EU-Streit
Die Aufforderung von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso, die "neuen EU-Länder sollten der EU das Leben nicht erschweren", erinnert Rodica Culcer an die weitaus rabiatere Äußerung des französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac 2003. Damals ging es um eine Beteiligung der EU-Länder am Irak-Krieg und Chirac sagte, die neuen Nato-Länder sollten schweigen. "Während Rumänien damals seinen Mund nicht halten konnte, macht es jetzt die Figur eines Musterschülers... Es gibt weder eine Diskussion über den neuen EU-Vertrag noch über das Abstimmungsverfahren. Kurz vor der Abreise nach Brüssel erklärte Staatschef Basescu immerhin, ... nicht die Position der Polen und Briten teilen zu wollen. Was nützt es uns aber, unkritisch die Position der größeren West-EU-Staaten zu übernehmen? Vielleicht sollten wir ein wenig europaskeptischer sein, auch wenn wir damit riskieren, von Barroso den Kopf gewaschen zu bekommen?"
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Die Lektion von Cannes
Durch den Erfolg in Cannes hat Rumänien gelernt, dass man nicht nur Fußballer in den Westen exportieren kann, sondern auch Filme, meint Rodica Culcer. "Kaum zu glauben, dass ein blasierter und gekünstelter Westen, der die Nase bei allem rümpft, was aus dem Osten kommt, einigen rumänischen Filmen Aufmerksamkeit schenkt, die ihn zwingen, das düstere, unmenschliche Universum des Kommunismus wahrzunehmen... Doch zu den Lektionen aus Cannes sollten auch Überlegungen zur staatlichen Kulturförderung gehören... Wie wäre es, wenn die Kulturfinanzierung als Hauptkriterium den Mut honorieren würde, schwierige Themen zu behandeln, die uns nicht im hellen Glanz präsentieren, sondern die Wahrheit über uns erzählen, als Nation, als Gesellschaft, als menschliche Wesen? Die Filme unserer jungen Regisseure erzählen mehr über den Kommunismus und Postkommunismus als irgendein Politiker."
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