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Presseschau / Autorenindex


Desplanques, Erwan


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Télérama - Frankreich | 07.11.2007

Witzkultur in der Sowjetunion

Erwan Desplanques hat sich mit der französischen Historikerin Amandine Regamey über 'Lachen als Widerstand' unterhalten. Regamey hat soeben ein Buch über den Humor in der sowjetischen Diktatur geschrieben, auf dessen Cover Karl Marx mit roter Clownsnase zu sehen ist. "In einem Umfeld, das nur Einreihung, Konformismus und Verbote kennt, ist diese aufsässige humoristische Volkskultur Ausdruck einer großen kritischen Distanz – im Unterschied zu einer Gesellschaft, die sich der Ideologie unterwirft, sich von ihr blenden oder erdrücken lässt... Der Humor erlaubte es, die Mächtigen zur Zielscheibe zur machen. Aber weil er den Ausdruck von Aggression gesellschaftlich akzeptabel machte, nahm er ihm auch einen Teil seiner Kraft. Manche glauben ja, dass der KGB sich die komischen politischen Geschichten selbst ausgedacht hat, um Frustrationen Raum zu geben und ernsthaftere Attacken auf das Regime zu unterlaufen."

Télérama - Frankreich | 16.06.2007

Das Internet schützt Frankreich vor Zensur

In jüngster Zeit sind im Internet verschiedene Zensurfälle in der französischen Presse aufgedeckt worden. Erwan Desplanques kommentiert: "Die Informationen kamen immer aus dem Netz, das zu einer neuen Macht zu werden scheint, während sich die traditionellen Medien anderen Kräften unterordnen. Das ist für das Internet eine gute Gelegenheit sich zu revanchieren, oder wenigstens sich als echte Alternative zu den alten Printmedien zu behaupten - zwar nicht immer vollkommen zuverlässig, aber auf jeden Fall unabhängig... Man zensiert etwas im Print? Wunderbar, der Artikel erscheint im Netz, wird von Seite zu Seite weitergereicht, was zu einem interessanten Schmetterlingseffekt führt. Der Artikel wird selbst so sehr zu einem 'Ereignis', dass sich die großen Zeitungen seiner annehmen, die Scheren der Zensur werden stumpf und das Ganze kommt mit viel Getöse als Bummerang zurück. Lange haben die Printmedien das Internet als Rivalen behandelt. Jetzt stellen sie fest, wie sehr diese Technologie auch ein Garant ihrer eigenen Freiheit geworden ist."

Télérama - Frankreich | 30.05.2007

Mit Liebeskummer zur Biennale

Die Künstlerin Sophie Calle wird Frankreich diesen Sommer bei der Biennale in Venedig vertreten. Im Interview mit Erwan Desplanques et Virginie Félix spricht sie über ihre Arbeit und über ihren Wettbewerbsbeitrag, der von Liebeskummer inspiriert ist. "Vor zweieinhalb Jahren habe ich einen Brief bekommen, der die Beziehung beendete. Ich hatte schon bemerkt, dass es mir hilft, Distanz zu schaffen, und ich schmerzhafte Situationen besser bewältige, wenn ich solche Ereignisse meines Lebens spielerisch verarbeite. Ich habe mir also diesen Brief vorgeknöpft. Und es hat geklappt: Das künstlerische Projekt hat die Leere ersetzt. Die Idee hat mich in ein solches Fieber versetzt, dass ich schon Angst hatte, dass dieser Mann wiederkommt. Für die Biennale habe ich dann Frauen gebeten, den Brief gemäß ihrem Beruf zu interpretieren. Die Korrektorin korrigiert die Zeichensetzung, die Kreuzworträtsel-Schreiberin ersinnt ein Kreuzworträtsel und die Kriminologin erstellt ein Phantombild des Verfassers."

Télérama - Frankreich | 11.08.2006

Frankreich ist die Provokation abhanden gekommen

Die Titelgeschichte der Wochenzeitung beschäftigt sich mit dem Thema Provokation und fragt, wie es in der Kultur und den Medien Frankreichs um sie bestellt ist. "Ohne ein Wort zu sagen hat sie sich aus dem Staub gemacht", schreibt Erwan Desplanques. "Einfach so, zack, weg. Ausgerissen wie ein stolzes, bockiges Mädchen. Erst hat man darauf gewartet, dass sie zurückkommt, dann mit dem Schlimmsten gerechnet (Harakiri ohne Verbeugung und Abschiedsgruß?) und schließlich eine Vermisstenanzeige aufgegeben: 'Provokation verzweifelt gesucht'. Wo ist sie hin? Sie, die in den 70er Jahren so erfolgreich war, bei Coluche, bei Desproges, bei Jean Yanne oder Gainsbarre? Mit ihnen gestorben? Nachdem man überall nachgeschaut hatte (im Fernsehen, in den Zeitungen, unter dem Bett), hat man sich auf die verzweifelte Suche gemacht, in der einen Hand einen Notizblock, in der anderen ein Fangnetz. Mit dem Risiko, nur heiße Luft einzufangen."

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