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20.11.2008

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Dumbs, Helmar


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Presse - Österreich | 16.07.2008

Wer schützt die Schutztruppe?

Der Internationale Strafgerichtshof hat zwar einen Haftbefehl gegen Sudans Präsident Al-Bashir verhängt, gleichzeitig zieht die UNO jedoch 200 Mann ihrer Blauhelm-Truppe aus der Bürgerkriegsprovinz Darfur ab. Dieses inkonsequente Vorgehen stärkt Al-Bashir sowie Sudans Schutzmacht China, schreibt Die Presse: "In Darfur wird jeder einzelne UN-Mitarbeiter dringendst benötigt, wenn schon nicht zum Schutz vor, dann zumindest zur Aufzeichnung von Kriegsverbrechen. ... In jedem Fall ist es ein niederschmetternder Ausweis der Hilflosigkeit. ... Von seinem 'Erfolg' ermuntert, setzt Sudans Protektor China nun offenbar auch alles daran, dass die UNO dem Strafgerichtshof den Ermittlungsauftrag wieder entzieht. ... Wenn Bashir aber seiner Drohung, die Lage in Darfur - wieder einmal - eskalieren zu lassen, Taten folgen lässt, werden vielleicht auch westliche Staaten weich. Es wäre das letzte Stück, das im Puzzle mit dem Titel 'Das Scheitern der Staatengemeinschaft in Darfur' noch fehlt."

Die Presse - Österreich | 11.02.2008

Die Türkei lockert das Kopftuchverbot

"Der Staat hat das Recht, seinen Angestellten das Tragen religiöser Symbole zu verbieten. Er hat aber kein Recht, von Studentinnen als 'Kunden' der Unis zu verlangen, beim Betreten des Campus das Kopftuch abzunehmen. Dieses Stück Stoff darf nicht bewirken, dass jemandem der Weg zu höherer Bildung verwehrt wird", urteilt Helmar Dumbs."Gefahren lauern anderswo: So häufen sich Berichte, dass unter Erdogan im Staatsdienst Männer vorgezogen werden, deren Frauen den 'Türban' tragen. Das untergräbt tatsächlich die Fundamente eines religiös offiziell neutralen Staates. Offiziell. Denn wie laizistisch ist eigentlich ein Staat, dessen Religionsbehörde sogar bis in die Freitagspredigten hineinregiert? De facto ist der Islam in der Türkei Staatsreligion, während man etwa christliche Kirchen von Amts wegen karniefelt [schickaniert]. Das ist keine Trennung von Staat und Religion, das ist komplette Kontrolle der Religion durch den Staat."

Die Presse - Österreich | 10.09.2007

Eine gemeinsame europäische Politik für den Kosovo?

Helmar Dumbs hält den Europäern vor, die USA hätten zum Kosovo wenigstens eine klare Haltung: Sie haben angekündigt, die Unabhängigkeit anzuerkennen. "Acht Jahre nach dem Kosovo-Krieg haben Serben und Albaner ein Recht darauf zu wissen, woran sie sind. Das wissen sie bezüglich der USA, das wissen sie auch bezüglich Russlands, das der Unabhängigkeit Kosovos ein entschiedenes 'Njet' entgegenschmettert. Aber Kosovo liegt weder in den USA noch in Russland, Kosovo liegt in Europa, und es wäre gut, wenn die EU-Staaten endlich begreifen würden, was das heißt: Dass man es sich nämlich schlicht und einfach nicht leisten kann, in der Kosovo-Frage keine gemeinsame Position zu haben... Finden sie keine einheitliche EU-Linie, braucht man auf eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik keine weiteren Gedanken zu verschwenden."

Die Presse - Österreich | 07.08.2007

Kein Ende der polnischen Regierungskrise

"Nach monatelanger Schlammschlacht schieben Polens Regierungsparteien einander nur noch den Schwarzen Peter für das Scheitern zu", schreibt Helmar Dumbs. "Wer meint, das Wadlbeißen der Wiener Koalition sei der Rede wert, blicke nach Polen: Dort liefert sich das Bündnis aus Kaczyński PiS, einem Rechtsextremen (Roman Giertych) und einem Boxer mit Gefängniserfahrung (Lepper) seit Monaten eine bühnenreife Schlammschlacht. Drang Sachpolitik nach außen, dann waren es oft Vorschläge wie jener, Goethe aus den Leselisten für die Oberstufe zu streichen. Polens Ansehen ist dank dieser Regierung im Keller. Wäre die Sache nicht so ernst, man müsste die Truppe für einen Theaterpreis nominieren. Gegeben wird das Stück 'Der andere ist schuld'. An einem Ende der Koalition nämlich. Die hat dank ihres erbärmlichen Schauspiels laut Umfragen keine Chance auf Neuauflage. Das muss man bei den hervorragenden Wirtschaftsdaten Polens erst einmal schaffen. Respekt."

Die Presse - Österreich | 10.07.2006

Polen - ein Familienbetrieb?

Helmar Dumbs sieht die Absetzung des polnischen Ministerpräsidenten Marcinkiewicz mit Grauen: "Als Jaroslaw Kaczynski seine Partei nach Monaten lähmenden Taktierens in eine Koalition mit Rechtsextremen und einem Polit-Rabauken zwängte, glaubte man schon, es könne nicht schlimmer kommen. Weit gefehlt. Mit untrüglichem Gespür für katastrophale Optik nahm er nun einen Strohmann, den er als Premier eingesetzt hatte, aus dem Spiel und wechselte sich selbst ein. Und begeht damit an den Wählern glatten Betrug. Er hatte hoch und heilig zugesagt, 'keinesfalls' Regierungschef zu werden, solange Zwillingsbruder Lech Präsident ist. Haltbarkeit des Versprechens: nicht einmal ein Jahr."

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