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Edelman, Marek


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Trybuna - Polen | 05.09.2006

Staatliches Radio stellt umstrittenen Publizisten ein

Ende März hat der Publizist Stanislaw Michalkiewicz mit einem antisemitischen Kommentar im regierungsnahen rechtsklerikalen Radio Maryja einen Skandal ausgelöst. Ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Herabwürdigung wurde angestrengt und inzwischen wieder eingestellt. Der öffentlich-rechtliche Hörfunk Polskie Radio stellt Michalkiewicz nun als Kommentator ein. Dagegen protestiert der letzte überlebende Anführer des Warschauer Ghetto-Aufstandes von 1943, Marek Edelman, gegenüber der Zeitung scharf: "Mit der Entscheidung für einen solchen Feuilletonisten wie Herrn Michalkiewicz stellt sich der Polnische Hörfunk bloß. Die Einstellung der Ermittlungen gegen ihn wegen 'geringer gesellschaftlicher Schädlichkeit' ist ein Skandal. Leider nicht der Erste. Gerichte und Staatsanwaltschaften stellen immer wieder Ermittlungen wegen der Verbreitung antisemitischer Ansichten ein. Sie sind parteiisch, meine ich, und stellen sich auf die Seite reaktionärer Kräfte - und nicht auf die der Bevölkerungsmehrheit."

Gazeta Wyborcza - Polen | 29.05.2006

Benedikt XVI. in Polen

Marek Edelman, der letzte überlebende Anführer des Warschauer Ghetto-Aufstandes von 1943, vermisst in der Ansprache des Papstes eine Bezugnahme auf Gegenwart und Zukunft. "Der Papst hat den Ermordeten schön die Ehre erwiesen, sprach aber nicht davon, was jetzt in der Welt passiert, und auch nicht von der Zukunft. Er stellte eine Frage, die sich jeder Christ stellen muss: 'Wo war Gott in jenen Tagen? Warum hat er geschwiegen?'. Vielleicht würde ich doch etwas anderes fragen: 'Wo war damals der Mensch? Warum waren Menschen so gleichgültig dem Verbrechen gegenüber, das vor ihren Augen geschah? Ist es heute anders? Hat die Menschheit eine Lehre aus der Zeit gezogen, in der Gott geschwiegen hat?'. Denken Sie bitte nicht, dass ich den Papst kritisieren möchte. Ich stelle mir selbst die Frage, was man an so einem Ort wie Auschwitz überhaupt sagen kann, das die Menschheit aufwecken könnte."

Libération - Frankreich | 15.05.2006

Marek Edelman über die bedrohte Demokratie Polens

Marek Edelman ist besorgt über die neue Regierungskoalition Polens, an der Populisten und Ultranationalisten beteiligt sind. Der letzte überlebende Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto von 1943 erklärt im Interview mit Maja Zoltowska: "Ich bin überrascht und sehr enttäuscht, dass die EU nicht reagiert. Die Union müsste viel entschlossener reagieren. Polen ist viel größer als Österreich", verweist Edelman auf die Parallelen zu dem Land, gegen das 2000 Sanktionen verhängt wurden, nachdem der Populist Jörg Haider an der Regierung beteiligt worden war "Es ist wichtig, dass Polen ein Staat bleibt, in dem demokratische Werte respektiert werden. Hat die EU ihre Berufung als 'Hüterin der Demokratie' vergessen? In der Geschichte Europas sind die Diktaturen auf demokratischem Weg an die Macht gekommen. Und Diktaturen wissen, wie sie sich halten können. Sie vereinnahmen den Machtapparat und werden täglich stärker."

Rzeczpospolita - Polen | 06.04.2006

Antisemitismus von Radio Maryja

Der erzkatholische und regierungsnahe Rundfunksender Radio Maryja steht wegen antisemitischer Äußerungen seines Kommentators Stanislaw Michalkiewicz in der Kritik. Marek Edelman, der letzte überlebende Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto von 1943, appelliert in einem von der Rzeczpospolita und der Gazeta Wyborcza gedruckten offenen Brief an Regierung und Parlament, entschieden gegen den Antisemitismus auf Radio Maryja vorzugehen oder den Sender zu schließen. "Seit 16 Jahren gibt es in Polen 'Radio Maryja', das in seinen politischen Beiträgen Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus und Antisemitismus verbreitet. Manche Sendungen unterscheiden sich nicht vom 'Stürmer' der Nazis. Sie, Herr Premier, Sie, Herr Parlamentspräsident, Minister und manche Abgeordneten treten in diesem Radio auf, was ihm Bedeutung und Glaubwürdigkeit gibt und den Eindruck erweckt, dass sich der Staat mit der politischen Linie von Radio Maryja solidarisiert."

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