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Presseschau / Autorenindex
Fasthuber, Sebastian
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Der rumänische James Joyce
Sebastian Fasthuber freut sich, dass der Roman "Die Wissenden" des rumänischen Schriftstellers Mircea Cartarescu nun außerhalb Rumäniens entdeckt wird: "Ausgehend von Blicken aus der elterlichen Wohnung und anderen furios reimaginierten Kindheitsbildern gelingt dem rumänischen Autor in seinem über 500 Seiten starken Buch ein aufregendes Porträt Bukarests, während und nach der Ceausescu-Diktatur. Was James Joyce für Dublin geschaffen hat, das hat Cartarescu nun seiner Heimatstadt errichtet: ein literarisches Denkmal. 'Die Wissenden' liefert freilich kein schnöd realistisches Porträt. Es erhitzt das Gemüt des Lesers mit surrealen, dem magischen Realismus geschuldeten Geschichten aus einer Stadt voller Verheißungen, Möglichkeiten und Gefahren... Tief unten verfügt dieser maßlose Roman, in dem bald ein opferlustiger Voodoopriester aus New Orleans die Fühler nach Bukarest ausstreckt und die Apokalypse nie weit entfernt zu sein scheint, sogar über ein erstaunlich solides Fundament. Alles dreht sich um den ewigen Kampf zwischen Dunkelheit und Licht, Teufeln und Engeln oder, um es mit dem Hobby-Insektenforscher Cartarescu zu sagen, 'zwischen der Spinne und dem Schmetterling'."
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Ilija Trojanow über die komplexe europäische Identität
Der aus Bulgarien stammende Schriftsteller Ilija Trojanow, der in vielen Ländern gelebt hat und zurzeit in Wien unterrichtet, wendet sich gegen die Gleichsetzung von EU und Europa: "Die EU maßt sich an, diese europäische Identität zu bilden, was absurd ist. Kein Mensch, der bei Trost ist, würde bezweifeln, dass beispielsweise die Ukraine Teil einer europäischen Identität ist. Gleichzeitig ist der Versuch, die europäische Tradition als eine christliche zu definieren, auch Humbug. Ein ganz banales Beispiel: Der westlichste Teil Europas, nämlich Spanien, war 800 Jahre lang nicht nur islamisch geprägt, sondern von einer ganz außergewöhnlichen Multikulturalität im positiven Sinne und von einer religiösen Toleranz, von der man heute nur träumen kann. Europa ist von seiner Identität her erheblich vielfältiger und komplexer, als die jetzige politische Diskussion es zulässt."
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Colum McCann über Fiktion und Verantwortung
Der irische Schriftsteller Colum McCann spricht im Interview mit Sebastian Fasthuber über die sich verwischenden Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und über seinen Roman "Zoli", dessen Heldin eine Roma-Dichterin ist. "Man bekommt immer gesagt: Schreib darüber, was du kennst. Als ich vor gut 20 Jahren aus Irland in die USA kam, wollte ich Schriftsteller werden. Also bin ich eineinhalb Jahre mit dem Fahrrad quer durch alle Bundesstaaten gefahren, um etwas zu erleben. Und das habe ich. Aber ich habe bis jetzt nicht darüber geschrieben. Stattdessen versetze ich mich in andere hinein. Warum? Wahrscheinlich fühle ich eine Art Verantwortung, nicht oder zu selten erzählte Geschichten publik zu machen. Es gibt so viele Millionen Roma, aber so wenige gute Geschichten, die niedergeschrieben wurden. Schon gar nicht über Roma-Frauen... Es geht aber nicht nur um die Roma. Für mich ist es im Kern eine Geschichte davon, wie der einzelne Mensch gegen Machtstrukturen steht."
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