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Presseschau / Autorenindex
Finger, Evelyn
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Der "FKK-Krieg"
Auf der Ostseeinsel Usedom ist im ersten Sommer nach dem Wegfall der Grenzkontrollen infolge des Beitritt Polens zum Schengener Abkommen ein Streit zwischen nackten deutschen Anhängern der "Freikörperkultur" (FKK) und polnischen Urlaubern ausgebrochen. Die Zeit berichtet von den Fronten des "FKK-Kriegs". "Das Adamskostüm ist älter als die Bademodenindustrie und die Strandordnung jünger als die Freikörperkultur. Was wir heute gern vergessen: Schon Goethe badete nackt, Bismarck badete nackt, und der königliche Badearzt Richard Kind aus Swinemünde warnte 1828 vorm Schwimmen in Beinkleidern, weil sie die heilsame Wirkung des Wellenschlags aufhöben. ... Der Badekrieg ist so alt wie das Badewesen. Ironie der Geschichte, dass jetzt ausgerechnet Swinemünde in den Ruf einer Spießerbastion gerät. ... Heute sieht man am Strand von Świnoujście keine Frauen oben ohne, aber massenhaft Angezogen-Ausgezogene. ... Es gibt kein Problem, aber es muss trotzdem gelöst werden. ... Bald werden Polen auf Polnisch vor nackten Deutschen gewarnt und die Deutschen auf Deutsch vor prüden Polen. An den Texten wird noch gefeilt."
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Salomon Korn über Diktaturenvergleich
Salomon Korn, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisiert im Gespräch mit Evelyn Finger das Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung, das den Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR-Geschichte regeln soll: "Ich habe auch mit der Formel von der Einzigartigkeit und Unvergleichbarkeit der nationalsozialistischen Verbrechen Probleme. Der Holocaust muss mit anderen Ereignissen verglichen werden, sonst kann man seine Einzigartigkeit nicht feststellen. Dann wird deutlich: Die nationalsozialistischen Verbrechen sind von europäischer Dimension, das Unrecht in der DDR ist von teilstaatlich deutscher Dimension. Wenn man vergleicht, was von Hitlerdeutschland und was von der DDR ausging, dann stellt man einerseits ein nie da gewesenes Inferno und andererseits ein großes Unrecht fest, aber eines ohne Vernichtungswillen gegenüber bestimmten Minderheiten oder anderen Völkern."
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Ein Film über den Umgang mit Auschwitz
Evelyn Finger ist beeindruckt von Robert Thalheims Film "Am Ende kommen die Touristen", in dem selbstironisch, witzig und gleichzeitig ernst vom Umgang mit Auschwitz erzählt wird: "Der junge Regisseur, der zugleich Drehbuchautor des Films ist, zeigt die Sehnsucht nach der berühmten 'Normalisierung' und deren Unmöglichkeit in Gestalt zweier Figuren, wie sie verschiedener kaum sein könnten: Der deutsche Zivildienstleistende Sven begegnet im Gästehaus der Oświęcimer Gedenkstätte dem polnischen KZ-Überlebenden Krzeminski... Ein Nachgeborener trifft einen Zeitzeugen, ein Unbefangener einen Traumatisierten, der sich hinter mürrischer Wortkargheit verbarrikadiert. Während der jugendliche Held vergeblich versucht, diese Blockade zu durchbrechen, lernt er von seinen polnischen Altersgenossen, wie belastet und zugleich banal das Leben in einer Kleinstadt ist, die den Namen des ultimativen Verbrechens trägt."
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Dokumentartheater in Bulgarien
Der Schweizer Regisseur Stefan Kaegi macht eine ganz eigene Art des Dokumentartheaters. Mit einem verglasten Lastwagen ist er im Auftrag des deutschen Goethe-Instituts in Sofia durch Osteuropa getingelt und nun wieder an seinem Ausgangsort angekommen. Evelyn Finger hat den Proben beigewohnt: Kaegi "findet die stilisierten Verlierertypen der modischen Trash-Dramatik so langweilig wie die alten Könige. In seinen bisherigen Stücken traten Bienenforscher, Grabredner, Herztransplantationsspezialisten auf. Jetzt lässt er in dem Fernfahrerepos 'Cargo Sofia' die Mobilitätspioniere ihren Alltag erzählen. Sie entzaubern den Mythos der grenzenlosen Reisefreiheit, leuchten in Europas soziale Schmuddelecken und konterkarieren die Legende von der segensreichen Demokratisierung des Ostens durch ihren distanzierten Fernfahrerblick auf Bulgarien... Das Cargo-Projekt verhält sich, im Gegensatz zu den meisten Theaterexperimenten, dekonstruktivistisch nicht zum Theater, sondern zur Welt."
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